Erstellt am 06. September 2015, 10:42

von APA Red

Sieben kranke Kinder in Spitäler gebracht. Nach ihrem Eintreffen am Grenzübergang Nickelsdorf mussten in der Nacht auf Sonntag 16 Flüchtlinge in die Krankenhäuser nach Kittsee und Eisenstadt gebracht werden. "Davon waren sieben Kinder, die schwer krank waren", so der Einsatzleiter des Roten Kreuzes während der Nacht, Reinhold Renner, zur APA.

Flüchtlinge aus Ungarn besteigen am Sonntag, 06. September 2015, in Nickelsdorf einen Zug nach Wien.  |  NOEN, APA/Herbert P. Oczeret
"Wir haben eine große Welle gehabt um eins, zwei in der Früh. Da sind ungefähr 1.000 Leute plötzlich gekommen. Da waren doch viele kranke Kinder dabei", schilderte Renner. Kinder hätten an Durchfall, Erbrechen und Dehydrierung gelitten.

Blasen nach bis zu 50 Kilometern Fußmarsch

Unter den Ankommenden seien auch Diabetiker mit massiv hohen Zuckerwerken - über 500 - gewesen. "Die haben wir dann in die Krankenhäuser gebracht."

Einige schwangere Frauen, die über plötzliche Schmerzen im Unterbauch klagten, wurden in die gynäkologische Abteilung des Spitals in Eisenstadt gebracht. "Der Rest waren eher Bagatellen wie Kopfschmerzen, Verkühlungen, Halsschmerzen, Husten."



Außerdem habe man viele Blasen versorgt, weil die Leute in Ungarn teilweise 30, 40, 50 Kilometer marschiert seien und die Beine dementsprechend ausgesehen hätten.

"Das waren für uns aber eher die kleineren Sachen, die wir versorgt haben", sagte Renner.

Fünf Ärzte beim Grenzübergang im Einsatz

Die Nacht über waren fünf Ärzte beim Grenzübergang Nickelsdorf im Einsatz, drei weitere in der Nova-Rock Halle, wo 700 Personen übernachteten. Am Grenzübergang schliefen unter dem Vordach rund 500 Personen. Sie wurden mit Decken und Folien als Schutz vor dem Wind versorgt. In der Nacht war es ziemlich windig, teilweise hat es geregnet, so Renner.

Auch im Freien campierten Flüchtlinge. Bis etwa 2.00 Uhr seien laufend Busse Richtung Wien weggefahren. Dann habe es eine kleine Pause gegeben. Mittlerweile seien wieder Busse da und es werde wieder mit dem Abtransport begonnen.

Die ankommenden Flüchtlinge würden von der Polizei informiert, dass es Verpflegung und medizinische Hilfe gebe. "Die kommen von selbst. Wir müssen die nicht suchen, sondern die finden uns", sagte Renner.