Erstellt am 10. Juli 2013, 00:00

Nickelsdorf wehrt sich gegen Kiesgrube. Unterschriftenaktion / Auf ungarischer Seite soll nur 500 Meter von Nickelsdorf entfernt eine große Kiesgrube errichtet werden.

Nein zur Kiesgrube. Nationalrat Erwin Preiner und Bürgermeister Gerhard Zapfl überreichen Franz Cillag die 450 Unterschriften gegen den Bau der Kiesgrube.zVg  |  NOEN, zVg
Von Katharina Zedlacher-Fink

NICKELSDORF / Am 5. Juni gab die Burgenländische Landesregierung per Kundmachung bekannt, dass an der Grenze Österreich-Ungarn in unmittelbarer Nähe zur Grenzgemeinde Nickesldorf eine Riesenkiesgrube geplant ist und Österreich an einem zwischenstaatlichen, grenzüberschreitenden UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfung) teilnehmen werde.

Aufregung bei Gemeinde und Mitbewerbern groß 

In der geplanten Kiesgrube sollen insgesamt 200.000 Kubikmeter Kies pro Jahr abgebaut werden, das entspricht in etwa acht LKW-Ladungen pro Stunde. Die betroffene Gemeinde Nickelsdorf fürchtet nun um Einbußen in puncto Lebensqualität aufgrund Emissionen. „Es geht um die künftige Entwicklung unserer Gemeinde. Wir haben gegen das Projekt Unterschriften gesammelt, um die Ablehnung der Bevölkerung zu dokumentieren“, sagt Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ), der die 450 Unterschriften am vergangenen Montag Franz Csillag von der Abteilung 5 des Landes Burgenland übergab.

Und auch die heimischen Kiesgrubenbetreiber sehen die geplante Riesenkiesgrube ausschließlich negativ. „Bei uns gibt es keine Genehmigungen mehr für Kiesgruben. Der Markt in Ungarn ist schon abgedeckt, die neue Grube ist ausschließlich für den österreichischen Markt bestimmt“, sagt ein Kiesgrubenbetreiber aus dem Seewinkel gegenüber der BVZ.

„Da das Projekt Auswirkungen auf Österreich hat, wird Östereich Ungarn zu Konsultationen einladen, damit die österreichischen Forderungen berücksichtigt werden. Parallel dazu wird das Projekt auch in der österreichisch-ungarischen Gewässerkommission behandelt werden“, so Franz Cillag zum weiteren Vorgehen Österreichs.