Erstellt am 12. November 2015, 09:45

Zapfl: Gespräch mit Kanzler. Nickelsdorfs Bürgermeister Gerhard Zapfl kämpft für die Anliegen der von der Flüchtlingskrise betroffenen Gemeinden und appelliert an Politiker aller Ebenen.

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BVZ: Sie haben am Dienstag zu einem großen Pressegespräch geladen. Was erwarten Sie sich?

Gerhard Zapfl: Ich erwarte mir, dass sich die verantwortlichen Politiker mit den dargebrachten Lösungskonzepten von Analytikerin Monika Donner auseinandersetzen und die „Causa Prima“ Flüchtlingskrise damit einen wesentlichen Schritt weitergebracht wird. Die Analysen von Donner bieten ja kurz-, mittel- und langfristige Strategien, sowohl auf nationaler, europäischer als auch internationaler Ebene.

BVZ: Wie läuft die Kommunikation mit Land und Bund?

Gerhard Zapfl: Mit dem Land Burgenland ist die Kommunikation ausgezeichnet. In den letzten Tagen hat sich auch die Kommunikation mit dem Bund verbessert. Bundeskanzler Werner Faymann hat mich zu einem Gespräch ins Kanzleramt eingeladen, wo ich ihm die Situation in Nickelsdorf und die Stimmung in der Bevölkerung schildern werde. Vom Innenministerium zur Gemeinde besteht nach wie vor kein Kontakt.

BVZ: Sie sind zurzeit gern gesehener Gast bei Diskussionen zum Thema Flüchtlinge. Was ist Ihnen da besonders wichtig?

Gerhard Zapfl: Ich vertrete als Bürgermeister in erster Linie die Anliegen unserer Bevölkerung. Ich sehe das auch als erste und wichtigste Aufgabe der Politiker auf allen Ebenen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Interessen unserer Bürger verstärkt berücksichtigt werden.

BVZ: Was sind die neuesten Entwicklungen in Nickelsdorf?

Gerhard Zapfl: Seit Montag gibt es eine Kooperation mit der Wiener Grundversorgung als Partner. Pro Tag kommen 20 bis 30 Personen aus Wiener Notunterkünften in die beheizten Zelte nach Nickelsdorf, wo dann Einvernahmen zur Aufarbeitung der Asylverfahren geführt werden. Nach rund 24 Stunden kommen die Asylwerber dann in fix zugeteilte Asylquartiere in ganz Österreich.

BVZ: Bald kommt der Winter. Was könnte das für Nickelsdorf bedeuten?

Gerhard Zapfl: Meine Hoffnung besteht, dass Nickelsdorf auf keiner Flüchtlingsroute mehr sein wird. Falls doch, wird man die bestehende Infrastruktur wieder aktivieren und alles tun, um den Hilfesuchenden die mindest notwendige Unterstützung zu geben.

Interview: K. Zedlacher-Fink