Erstellt am 28. September 2011, 00:00

Notarztversorgung neu. UNFALLAMBULANZ / Ein Facharzt mehr soll die medizinische Qualität in Frauenkirchen verbessern. Die Neuorganisation bringt aber Änderungen der Öffnungszeiten mit sich.

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FRAUENKIRCHEN / Die Notarztversorgung in der Unfallambulanz Frauenkirchen wird neu strukturiert. Die Ambulanz gibt es bereits seit 30 Jahren als Außenstelle des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt und ist ein wichtiger Eckpfeiler der ärztlichen Versorgung im Seewinkel. Der Betrieb zeigte in den letzten Jahren aber „Systemschwächen“. „Darum wurde im Auftrag des Landes eine Arbeitsgruppe eingesetzt um ein Konzept zu erarbeiten, wodurch die medizinische Qualität verbessert werden kann“, erklärt Gesundheits-Landesrat Peter Rezar.

Momentan ist die medizinische Versorgung in der Frauenkirchner Unfallambulanz 24 Stunden am Tag durch einen Unfallchirurgen, eine Diplom-Krankenschwester und einen Röntgenassistenten gewährleistet. Der Unfallchirurg muss allerdings auch Notfalleinsätze übernehmen. In so einem Fall ist die Ambulanz nicht mehr fachärztlich besetzt. „Notärztliche Einsätze werden jährlich 450 bis 500 Mal verzeichnet“, unterstreicht Dr. Harald Boszotta, Vorstand der Abteilung für Unfallchirurgie des Krankenhauses Eisenstadt die prekäre Situation.

Qualitätsverbesserung durch  zusätzlichen Notarzt

Geplant ist nun, zusätzlich zum Unfallchirurgen einen Notarzt in Frauenkirchen zu stationieren. „Der Unfallchirurg wird zukünftig während der Öffnungszeiten ausschließlich für den Ambulanzbetrieb zur Verfügung stehen. Der zusätzliche Notarzt, welcher zur Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin des Eisenstädter Krankenhauses der Barmherzigen Brüder gehört, übernimmt die allgemeinmedizinischen und notärztlichen Aufgaben, die bisher vom Unfallchirurgen erfüllt worden sind“, beschreibt Rezar die Neustrukturierung.

Neustruktrierung bringt  neue Öffnungszeiten

Durch die Präsenz des Unfallchirurgen in der Ambulanz können Patienten nun täglich zur Nachbehandlung kommen. Bisher wurden solche Behandlungen nur drei Mal wöchentlich durchgeführt. Allerdings wird der Unfallchirurg nicht mehr rund um die Uhr Dienst in Frauenkirchen versehen. Das neue Konzept unterscheidet zwischen Hochsaison (April bis November) und Nebensaison. In der Hochsaison soll der Unfallchirurg sieben Tage die Woche zwölf Stunden in der Ambulanz im Einsatz sein. In den restlichen Monaten wird er an fünf Tagen in der Woche acht Stunden für die Patienten verfügbar sein. Der Notarzt sei immer vor Ort- außer er ist im Einsatz, so Boszotta.

Ab 1. Dezember wird der medizinische Betrieb nach dem neuen Konzept umgestellt. Horst Jany, Gesamtleiter des Krankenhauses Eisenstadt rechnet mit einer Übergangsphase von zwei bis drei Jahren. Die Kosten für die Systemumstellung werden mit etwa 270.000 Euro eingeschätzt.