Erstellt am 20. August 2014, 10:33

von Katharina Zedlacher-Fink

„Gast“ im Bahnhof. Seit einigen Wochen lebt ein obdachloser Mann aus dem Bezirk im Warteraum des Bahnhofs, die ÖBB versucht ihn umzusiedeln.

Hab und Gut. Der obdachlose Mann verbringt seine Tage und Nächte im und um den Warteraum am Bahnhof Kittsee.  |  NOEN, Zedlacher-Fink

Was gemeinhin als Großstadtphänomen gilt — obdachlose Menschen am Bahnhof — ist seit einigen Wochen auch am Bahnhof in Kittsee erstmals Realität. Dort hat sich ein obdachloser Mann aus dem Bezirk im Warteraum mit seinem Hab und Gut eingerichtet und verbringt Tage und Nächte am Bahnhof.

ÖBB: „Wir haben schon Wohnung angeboten“ 

Der Mann wird von Kittseern als freundlich und umgänglich beschrieben. Die ÖBB allerdings scheint weniger glücklich über ihren neuen Mitbewohner zu sein. „Es gab bereits Beschwerden von Bahnkunden“, sagt Christopher Seif, Pressesprecher der ÖBB. Die ÖBB habe dem Mann bereits in Kooperation mit der Gemeinde eine Wohnung angeboten, dieser hätte dieses Angebot aber nicht angenommen, berichtet Seif weiter.

Die ÖBB werde nun versuchen, den Mann auf verschiedene Arten dazu zu bewegen, seine häusliche Niederlassung am Bahnhof aufzugeben.„Wenn wir allerdings keine Lösung finden, werden wir eine Besitzstörungsklage einbringen“, sagt Seif zum allerletzten Mittel, dass die ÖBB einsetzen will.

Grundsätzlich sprechen sich die Österreichischen Bundesbahnen, insofern sich Gäste gebührlich verhalten, nicht gegen Aufenthalte von Personen tagsüber aus. Soferne Personen eine gültige Fahrkarte besitzen, können sie sich sowieso im Bahnhof aufhalten. „Der Grund der ÖBB ist natürlich nicht für eine häusliche Niederlassung, sondern für andere Zwecke gedacht“, erklärt Seif.