Erstellt am 03. Oktober 2012, 00:00

Ortschef angeklagt. Betroffenheit in Pama / Es geht um Scheinanmeldungen von Schülern in der Gemeinde. Bürger stellen sich hinter Josef Wetzelhofer.

Optimistisch. Josef Werzelhofer hofft auf ein positives Resultat in der Causa. Ch. Teske  |  NOEN
Von Christian Teske

PAMA / Angeklagt ist der Bürgermeister wegen des Verdachts des Amtsmissbrauches. Angelastet werden ihm mögliche Scheinanmeldungen ausländischer Schüler. Trotz der Vorwürfe stehen die Bürger Pamas hinter ihrem Ortschef.

„Ich sehe den Bürgermeister als Prügelknaben für das Versagen übergeordneter Behörden. In Sachen schulrechtlicher Integration der Kinder ausländischer Mitbürger hätte die „große Politik“ schon vor Jahren konkret Stellung beziehen müssen,“ meint Christine Weinzettel im Gespräch mit der BVZ. Anstatt anzuklagen sollte ihrem Empfinden nach überlegt werden, wie dem Bürgermeister rechtlich beigestanden werden kann. Und Elisabeth Ertlbauers Meinung ist: „Die Kinder haben hier schon den Kindergarten besucht. Folglich war es, sozial gesehen nur richtig, ihnen auch den Besuch der Volksschule zu ermöglichen. Eine ungerechtfertigte Erhöhung der Schülerzahlen sehe ich nicht. Die Gefahr einer Schulschließung aufgrund zu weniger Schüler stand in Pama nie zur Debatte“.

Für den im Iran geborenen Mussab Salman stellt sich die Frage: „Sind wir nun in der EU oder nicht?“ Aus seiner Sicht muss das Meldegesetz durchleuchtet werden. Das, was dem Bürgermeister vorgeworfen wird, ist für ihn „Haarspalterei“, denn die einzigen „Vorteilsnehmer“ waren die Kinder. „Sie haben in ihrer Sozialisation von Wetzelhofers Tun profitiert, und niemand anders. Durch seine Entscheidung konnten sie weiterhin mit ihren Freunden aus Kindergarten-Tagen zusammen lernen“.

Josef Wetzelhofer äußert sich zu den Vorwürfen wie folgt: „Ich habe die Sache meinem Anwalt übergeben, mehr kann ich im Moment dazu nicht sagen“. Grundsätzlich stellt er fest, dass er gerne für die Menschen „seines“ Ortes arbeite, auch wenn er, wie er betont, manchmal viel ertragen muss. Bernhard Kolonovits, Sprecher des Landesgerichts Eisenstadt bestätigte die Anklage.