Erstellt am 19. Januar 2011, 15:37

Ortschef bietet Polizei Quartier an. Von 30 Grenzdienststellen der Polizei, die österreichweit geschlossen werden sollen, befinden sich acht im Burgenland. Dass der Name seiner Gemeinde womöglich bald nicht mehr auf der Schließungsliste steht, hofft der Ortschef von Andau, Matthias Gelbmann.

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Um den Bestand der Grenzpolizeiinspektion der 2.500-Einwohner-Gemeinde abzusichern, wäre der Bürgermeister bereit, seitens der Gemeinde einen Beitrag zu leisten und der Polizei eigene Räumlichkeiten zur Verfügung zu stellen, erklärte er am Mittwoch.

Als vergangene Woche die Pläne des Innenressorts publik wurden, wurde auch auf die Kosten von bundesweit rund 1,1 Millionen Euro zur Instandhaltung der Gebäude verwiesen. Diese sollen künftig "in effizientere Maßnahmen investiert" werden, hieß es. "Den Posten ganz auflassen, dass sehe ich nicht ganz ein", so Gelbmann zur APA. In Andau gebe es einen Grenzübergang, wo jährlich ab März auch zahlreiche Erntehelfer und Arbeiter aus Ungarn ins Burgenland kämen. Nach Nickelsdorf zähle man hier im Bezirk die meisten Überfahrten, es gehe auch um die Verkehrssicherheit im Ort, argumentierte der Bürgermeister.

In Vergangenheit habe es im Raum Andau immer wieder Diebstähle zum Beispiel von Bewässerungsaggregaten gegeben: "Jetzt hat man das nach Jahren in den Griff gekriegt." Auch die geografische Lage führt der Ortschef ins Treffen. "Das muss man sich einmal auf der Karte anschauen": Die nächste Polizeidienststelle in Halbturn sei 13 Kilometer entfernt, jene ihn Pamhagen 15 Kilometer.

Möglichkeiten, auch künftig eine Polizeiinspektion in der Gemeinde zu haben, gebe es mehrere, meinte Gelbmann. So stehe derzeit eine Wohnung mit 120 Quadratmetern leer. Außerdem baue man einen neuen Kindergarten, der alte würde frei. Vielleicht könne man ja auch im alten Polizeigebäude die Miete übernehmen.

"Ich bin auf alle Fälle bereit, etwas zu tun, um den Polizeiposten zu erhalten", sagte Gelbmann. Derzeit gebe es knapp ein Dutzend Planstellen. "Wenn dann fünf oder sechs dort sind, würde das auch genügen." Seinen Vorschlag will der Bürgermeister heute dem Gemeindevorstand unterbreiten. Wird er angenommen, will er der Innenministerin einen Brief schreiben. "Ich hoffe, dass es dann einmal ein Gespräch gibt", meinte Gelbmann. Bei den Bemühungen um den Weiterbestand der Dienststelle wünsche er sich auch Unterstützung durch das Land.

Die Aufstockung aller Polizei-Dienstposten auf mindestens zwölf Planstellen forderte am Mittwoch erneut die SPÖ Burgenland. Auch die "serienweise Schließung kleiner Polizeidienststellen" lehne er ab, erklärte Sicherheitssprecher LAbg. Ewald Schnecker in einer Aussendung. Schnecker forderte neuerlich einen Polizei-Ausbildungskurs für das Burgenland. "Das Durchschnittsalter bei der Exekutive im Burgenland beträgt derzeit 45 Jahre. Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, droht allein in den nächsten zwei Jahren durch Pensionierungen ein Verlust von 170 Exekutivkräften."