Erstellt am 18. September 2013, 11:45

Paketzusteller als Schlepper. Eine Anzeige wegen Schlepperei hat sich ein 44-jähriger Paketzusteller im Burgenland eingehandelt.

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Der Mann sollte in Budapest Pakete zum Transport nach Österreich übernehmen. Doch beim vereinbarten Treffpunkt warteten auf ihn statt der Ladung vier Flüchtlinge, die der Ungar nach Österreich mitnahm. In Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) stoppten Polizisten den Transport, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland heute, Mittwoch.

Der 44-Jährige erzählte den Ermittlern, dass er am Sonntag angerufen worden sei. Dabei wurde ihm mitgeteilt, dass er auf einem Parkplatz in der ungarischen Hauptstadt mehrere Pakete abholen und nach Wien bringen sollte. Am Treffpunkt in Budapest fand er jedoch statt der Pakete zwei Syrer und zwei Tunesier vor. Der Ungar willigte ein, die Männer gegen Bezahlung nach Österreich zu chauffieren.

Anzeige statt Geld

Bei einer Polizeikontrolle in Nickelsdorf war für den Transport allerdings Endstation. Für den mutmaßlichen Schlepper gab es statt Geld eine Anzeige. Die Mitfahrer, die angaben, pro Kopf für die Fahrt 150 Euro gezahlt zu haben, wurden in das Polizeikompetenzzentrum in Eisenstadt gebracht.

Drei Syrer sollten nach München gebracht werden

Ein zweiter Schlepper, der drei Syrer nach München bringen sollte, wurde ebenfalls in Nickelsdorf festgenommen. Die Schleppung dieser drei Männer wurde in Istanbul von einem kriminellen Syndikat organisiert und erfolgte in mehreren Etappen über Griechenland, Mazedonien und Serbien nach Ungarn.

Bezahlen mussten die Flüchtlinge nach Überschreiten der jeweiligen Grenze in der gültigen Landewährung. Für den letzten Abschnitt war der 35-jährige Ungar verantwortlich. Doch dieser erreichte sei Ziel nicht mehr – er landete in der Justizanstalt Eisenstadt.