Parndorf

Erstellt am 07. September 2016, 05:33

von Paul Haider

Gemeinde verbietet Giftschlangen-Haltung. Parndorfer versucht seit vier Jahren, eine Genehmigung für Giftschlangenhaltung zu bekommen. Der Gemeinderat stellt sich quer.

Exotisches Hobby. Patrik Habe hält bereits mehrere ungiftige Schlangen, wie diese Boa Constrictor, als Haustiere.  |  BVZ, zvg/Habe

Giftige Schlangen rufen bei vielen Menschen Angst und Abneigung hervor, andere sind fasziniert von diesen Tieren. So auch der junge Parndorfer Patrik Habe, der seit vier Jahren darum kämpft, mehrere Giftschlangen in seinem Keller halten zu dürfen.

„Umfangreiches und interessantes Hobby“

Der 25-Jährige hält bereits mehrere ungiftige Schlangen und Vogelspinnen als Haustiere. Im BVZ-Gespräch erklärt Habe, warum er seinen kleinen Privatzoo auch um giftige Reptilien erweitern will: „Halten möchte ich sie aus reiner Faszination. Es geht um Beobachten und das natürliche Habitat nachzubilden. Man lernt viel dabei, vor allem über Taxonomie, Geografie, Toxikologie, Biologie, Herpetologie. Es ist einfach ein sehr umfangreiches und für mich interessantes Hobby“.

Ende 2012 hat Patrik Habe einen Antrag auf Genehmigung der Giftschlangenhaltung eingebracht. Es folgte ein vier Jahre langer Streit zwischen Gemeindevertretung und dem 25-jährigen Schlangenfreund.

Auf Anfrage der BVZ erklärt Veterinärdirektor Robert Fink die Rechtslage für Giftschlangenhaltung: „Im Landespolizeistrafgesetzbuch steht, dass die Gemeinde die Möglichkeit hat, die Tierhaltung zu verbieten oder mit Auflagen zu belegen“. Ein Gesetz, das die Giftschlangenhaltung verbietet, gibt es im Burgenland, im Gegensatz zu anderen Bundesländern, nicht. Ein entsprechendes Gesetz werde laut Fink aber überlegt.

Patrik Habes Anträge auf Giftschlangenhaltung wurden von der Gemeinde Parndorf immer wieder abgelehnt. Laut Habe wurde von ihm die Erfüllung zahlreicher Auflagen gefordert, wie etwa dreifach vergitterte Fenster und einen Schleusenbereich, in die er nach eigenen Angaben bereits mehrere Tausend Euro investiert habe.

„Hochgiftige Schlangen sind keine Kleinigkeit“

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) erklärt, warum sich die Gemeinde gegen die Giftschlangenhaltung stellt: „Was dem einen eine Freude macht, macht dem anderen Angst. Gerade hochgiftige Schlangen sind keine Kleinigkeit und es kann immer was passieren. Der beste Schlangenhalter ist schon gebissen worden. Und man stelle sich vor, es brennt im Haus und die Schlangen entkommen. Wir sind mit Leuten konfrontiert, die sagen, sie verkaufen ihr Haus, wenn die Schlangen kommen.“

Auf Sicherheitsbedenken angesprochen, verweist Patrik Habe auf einen Bericht des „Serum Depot Berlin“ (Verein, der Gegengift für Giftschlangenhalter bereitstellt, Anm.). Demzufolge seien in den letzten 25 Jahren keine Unbeteiligten durch Schlangenbisse verletzt worden.

Gegen die negativen Bescheide der Gemeinde hat Patrik Habe eine Beschwerde am Landesverwaltungsgericht eingebracht, das daraufhin ein Gutachten eines Reptiliensachverständigen forderte. „Trotz der Aussage des Reptiliensachverständigen, dass alle Auflagen erfüllt seien, und er eine Empfehlung ausspricht, mein Ansuchen zu bewilligen, wurde mein Ansuchen wieder abgewiesen“, ärgert sich Patrik Habe.

Der 25-Jährige will gegen diese erneute Ablehnung wieder Berufung am Landesverwaltungsgericht einlegen. Der Streit um das exotische Hobby des Parndorfers geht also in die Verlängerung.