Parndorf

Erstellt am 28. September 2016, 09:59

von Paul Haider

„Juz“ unter der Lupe. Parndorfer Jugendzentrum bleibt hinter den Erwartungen zurück: Bürgermeister fordert Tätigkeitsbericht.

Gefährdet? Die Gemeinde Parndorf investiert laut Bürgermeister Kovacs 50.000 Euro jährlich in das Jugendzentrum.  |  Paul Haider

Seit 2010 gibt es das Parndorfer Jugendzentrum, auch „Street Club“ genannt, in der Neudorferstraße. Zwei Mal pro Woche stehen hier gemeinsames Spielen, Tratschen und diverse Projekte mit den Jugendbetreuern auf dem Programm.

Wie beliebt die Einrichtung unter den Parndorfer Jugendlichen ist, ist jedoch umstritten. Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) hat nun einen Tätigkeitsbericht angefordert.

„Ist so eine Einrichtung noch zeitgemäß?“

Der Ortschef dazu im BVZ-Gespräch: „Gefühlsmäßig ist die Entwicklung nicht so, wie wir sie uns insgeheim erhofft hätten. Wenn man pro Jahr 50.000 Euro in Miete und laufende Kosten investiert, ist es legitim zu fragen, wie ein Angebot angenommen wird. Das ist keine Frage von Kritik oder Misstrauen gegenüber den sehr engagierten Mitarbeitern. Die Frage ist, ob so eine Einrichtung noch zeitgemäß ist.“ Das Jugendzentrum solle aber sicher nicht von heute auf morgen zugesperrt werden, versichert der Ortschef: „Es geht nicht darum, etwas zuzusperren, sondern darum, Angebote anzupassen“, so Kovacs.

Nun liegt es an Jugend-Gemeinderat Jakob Skodler (ÖVP), einen Bericht über die Tätigkeiten des Jugendzentrums vorzulegen. In puncto jährliche Kosten widerspricht Skodler dem Parndorfer Bürgermeister: „50.000 Euro verstehe ich nicht ganz, denn dabei handelt es sich um das gesamte Jugendbudget. Außerdem wird das Gebäude von zwei weiteren Vereinen genützt. Die Kosten auf die Jugend abzuwälzen, finde ich blauäugig.“

"Verbesserungspotenzial bei Personalaufstockung"

Möglichkeiten zur Optimierung des Jugendzentrums sieht aber auch Jakob Skodler: „Ich finde die Einrichtung prinzipiell sehr gut. Verbesserungspotenzial sehe ich nur in einer Personalaufstockung. Derzeit gibt es nur eine geringfügige Beschäftigung mit 40 Stunden im Monat. Ich denke, dass man hier mindestens einen 20-Stunden-Job braucht.“