Erstellt am 12. Oktober 2011, 00:00

Parndorf künftig ohne Sommertheater?. BESCHLUSS / Minus von 100.000 Euro pro Jahr zwingt Gemeinderat zu handeln: Kleinere Produktion für 2012 geplant.

Kein Happy End. Die Kultur Parndorf will in Zukunft auf große Produktionen wie Shakespeare oder Tirso de Molinas „Don Gil von den grünen Hosen“ verzichten und das Sommertheater umstrukturieren. Laut Gemeinderatsbeschluss muss an den Produktionskosten kräftig gespart werden. PIA REITER  |  NOEN
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VON PIA REITER

PARNDORF / Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Rund 2.690 Karten wurden heuer beim Sommertheater in Parndorf verkauft – zu wenig für eine derart aufwendige Produktion. Der Kultur Parndorf (eine Gesellschaft der Gemeinde) bleibt ein Minus von rund 100.000 Euro. Ein Trend, der sich bereits seit fünf Jahren abzeichnet. „Wir können nicht jedes Jahr so viel Geld hineinpumpen. Parndorf kann sich das auf Dauer nicht leisten. Von den 2.690 Karten hat die Gemeinde – wie jedes Jahr – 600 Stück für Gala und Premiere gekauft. Mehr als zweihundert Karten waren für eine Benefizvorstellung. 1.800 zahlende Besucher ist zu wenig für eine solch große Produktion“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA). Die Profis kosten laut Kovacs 150.000 Euro, abzüglich Eintrittsgelder und Sponsoren sowie der Landesförderung von 11.000 Euro rechnet der Ortschef deshalb auch heuer wieder mit einem sechsstelligen Minus.

Kovacs schränkt aber ein: „Die Kultur hat seinen Stellenwert. Parndorf kann es sich nicht leisten, keine Kultur zu haben.“ Deshalb wurde jetzt im Gemeinderat einstimmig die Entscheidung getroffen, die eine kleinere Produktion auf die Bühne zu bringen.

Konkret heißt das für 2012: Statt der mehr als 15 Schauspieler sollen nun sechs bis sieben Darsteller auf der Bühne stehen. „Es gibt durchaus auch interessante Stücke in dieser Größenordnung“, sagt Kovacs. Gespart werden soll auch bei Regie und Bühne, ebenso bei der Anzahl der Vorstellungen. „Der Sonntag ist immer eine Katastrophe, da werden nie mehr als 60 Karten verkauft. Deshalb werden wir die Sonntagsvorstellungen streichen.“ Kultur Parndorf Geschäftsführerin Nicola Vonstadl muss den Beschluss des Gemeinderates nun umsetzen. Dieser beruhe auf ihren Empfehlungen, meint Vonstadl, die ein Konzept für die Zukunft des Sommertheaters erarbeitet hat: „Das ist eine vernünftige Entscheidung. Es gibt Gespräche, wo Umstrukturierung und Einsparungen möglich sind. Genaueres wird sich aber erst in ein bis zwei Wochen heraus kristallisieren. Jetzt müssen wir uns so schnell wie möglich für ein Stück für 2012 entscheiden.“

Bekommt Parndorf in  Zukunft eine Laienbühne?

Alle anderen Veranstaltungen seien davon nicht betroffen. In Zukunft ist laut Kovacs auch eine parallele Produktion mit einer Laienbühne vorstellbar: „Dieses Projekt auf die Bühne zu bringen, braucht aber Zeit.“