Erstellt am 25. Februar 2015, 09:24

von Paul Haider

Giftköder ausgelegt: Hund gestorben. Am Parndorfer Triebweg wurden Fleischköder gefunden. Ein vergifteter Hund musste am Montag eingeschläfert werden.

Giftig. Boris Mikula von der Tierklinik Parndorf mit den gefundenen Fleischködern.  |  NOEN, Haider

Es ist wohl der Albtraum eines jeden Hundebesitzers: Bei einem Spaziergang findet der Vierbeiner einen vermeintlichen Leckerbissen, schlingt ihn hinunter - und ist wenige Tage später tot.

Mehrtägiger Kampf gegen den Tod

Dieser Albtraum wurde für eine Hundebesitzerin aus Parndorf traurige Realität. Während eines Spaziergangs am Triebweg entdeckt der Schäfermischlingsrüde „Snoopy“ ein Bällchen aus faschiertem Fleisch und frisst dieses.

Zu Hause zeigt der Hund plötzlich Symptome wie epileptische Krämpfe, starken Speichelfluss und unkontrollierte Darmentleerung.

Die 35-Jährige bringt ihren Hund daraufhin in die Tierklinik Parndorf, wo nach einer Blutuntersuchung festgestellt wird, dass es sich um eine Vergiftung handelt. Mehrere Tage lang kämpft der Vierbeiner hier ums Überleben. Am Montag stellt eine der behandelnden Tierärztinnen schließlich Leberversagen fest.

„Die Besitzer haben sich dann dazu entschieden, den Hund von seinem Leid zu erlösen. Er wurde heute euthanasiert“, sagt Tierklinik-Manager Boris Mikula am Montag auf Anfrage der BVZ.

Bestätigung: Auch Lara wurde vergiftet

Am Samstag fand eine Spaziergängerin weitere Fleischbällchen am Triebweg und brachte diese zur Untersuchung in die Tierklinik Parndorf. „Die Köder werden demnächst in Zusammenarbeit mit der Polizei zur toxikologischen Untersuchung geschickt“, erklärt Boris Mikula. Eine Bestätigung, dass die Fleischbällchen wirklich vergiftet sind, gebe es noch nicht.

In einem anderen Fall gibt es dafür nun traurige Gewissheit: Die Schäferhündin „Lara“ aus Nickelsdorf wurde vergiftet. Nachdem bislang noch unklar war, woran die Hündin starb (

), brachte das Ergebnis der toxikologischen Untersuchung nun die Bestätigung: Laut Mikula war in den „teerartigen“ Klumpen, die im Garten des Hundebesitzers gefunden wurden, Rattengift enthalten.

Bürgermeister Kovacs zeigt sich entsetzt

Der Tierklinik-Chef gibt Tipps, wie man seinen Vierbeiner vor Giftattacken schützen kann: „Oft reicht ein Beißkorb aus, um den Hund daran zu hindern, etwas auf dem Weg zu fressen. Außerdem sollte das Tier natürlich immer angeleint sein.“

Sollte der Hund trotzdem etwas fressen, so solle im Zweifelsfall immer sofort ein Tierarzt aufgesucht werden. Bei einer Vergiftung könne das Schlimmste noch verhindert werden, wenn der Hund innerhalb von einer Stunde zum Erbrechen gebracht werde, erklärt Mikula.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) zeigt sich entsetzt über die Ereignisse in seiner Gemeinde: „Ich habe keinerlei Vorstellung davon, wer so etwas tun könnte. Da muss ein tiefer Hass vorhanden sein“, sagt der Ortschef gegenüber der BVZ.

„Vier Pfoten“ fordert härtere Strafen

Auch die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ wurde mittlerweile auf die Vergiftungsfälle im Bezirk Neusiedl am See aufmerksam und fordert in einer Presseaussendung härtere Strafen für Tierquäler.

Derzeit kann der Straftatbestand der Tierquälerei mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr geahndet werden.