Erstellt am 13. Mai 2015, 14:41

Kindergarten-Affäre: Offener Brief. Die Parndorfer Gemeinderäte haben einen offenen Brief verfasst, in dem sie zur aktuellen Religionsdebatte Stellung nehmen.

Geeint. Alle Gemeinderäte haben den Brief unterschrieben. Foto: BVZ  |  NOEN, BVZ

In der Parndorfer Kindergarten-Debatte hat sich jetzt auch der Gemeinderat zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief, adressiert an Landeshauptmann Hans Niessl, nehmen die Gemeindevertreter Stellung zu Integrationsfragen und erklären sich solidarisch mit den Kindergartenpädagoginnen.

„Gemeinde ist Parade-Beispiel an Integration“

Anlass für den Brief war jenes konfessionslose Parndorfer Paar, das ihren Sohn aus dem Kindergarten genommen hat, weil er, laut ihren Aussagen, angehalten wurde, zu beten und es Verbote in der Fastenzeit gegeben hätte ( ).

Alle Gemeinderäte haben den offenen Brief unterschrieben. Darin heißt es etwa: „Die Gemeinde Parndorf ist ein Parade-Beispiel an Integration. 50 Nationen leben in unserem Dorf gemeinschaftlich zusammen.“

„Lassen uns Brauchtum nicht schlecht reden“

Zu religiösen Brauchtümern schreiben die Gemeinderäte: „Bräuche, wie der Martiniumzug zu Ehren unseres Landespatrons und der Besuch des Nikolos sind gelebtes Brauchtum, welches wir uns nicht schlecht reden lassen möchten.“

Die Kindergartenpädagoginnen werden gelobt: „Auf jeden Fall stellt sich der Gemeinderat unmissverständlich und eindeutig hinter das Personal in unseren Kindergärten. Unserer Meinung nach wird in den Kindergärten Parndorfs ausgezeichnete Arbeit - auch für die Integration - geleistet.“

Resetar: „Habe vollstes Verständnis“

Die für Kindergärten zuständige Landesrätin Michaela Resetar hat bereits auf den offenen Brief des Parndorfer Gemeinderats reagiert.

In einer Aussendung lässt sie wissen: „Als Kindergartenreferentin habe ich vollstes Verständnis für den offenen Brief des Parndorfer Gemeinderates. Das Burgenland ist geprägt vom Zusammenleben verschiedener Volksgruppen und Religionen. Gerade deshalb ist es wichtig, dass unsere Kleinsten nicht nur die eigene Religion und die damit verbundenen Feste kennenlernen, sondern wissen, dass es auch Menschen mit anderen Bekenntnissen gibt.“

BVZ.at hatte berichtet: