Erstellt am 13. Januar 2016, 09:44

von Paul Haider

Parndorfer radelt an die Weltspitze. Wilfried Raab radelte in acht Tagen über 1.600 Kilometer und belegte damit in einem weltweiten Bewerb den vierten Platz.

Erster. Wilfried Raab fuhr an acht aufeinander folgenden Tagen je über 200 Kilometer mit dem Fahrrad.  |  NOEN, zVg

Wilfried Raab aus Parndorf setzte sich am Ende des vergangenen Jahres ein ehrgeiziges Ziel: Der Hobby-Rennradfahrer wollte der Österreicher sein, der vom 24. bis zum 31. Dezember die meisten Kilometer mit dem Fahrrad zurücklegt.

Vierter unter 72.000 Teilnehmern

Er sollte schließlich sogar weit über dieses Ziel hinausschießen. Wilfried Raab war mit 1.685 zurückgelegten Kilometern beim Wettbewerb „Festive 500“ (siehe Infobox) nicht nur der beste Österreicher, er belegte zusätzlich auch den sensationellen vierten Platz unter weltweit 72.000 Teilnehmern.

Im Gespräch mit der BVZ erklärt Wilfried Raab, was ihn zu dieser sportlichen Höchstleistung motiviert hat: „Ich habe schon 2013 bei dem Wettbewerb mitgemacht und habe gesehen, wie knapp die ersten Plätze zusammenliegen. Damals bin ich landesweit Zweiter geworden, und heuer wollte ich Erster werden.“ Um das zu schaffen, legte der Parndorfer an acht aufeinander folgenden Tagen je über 200 Kilometer auf dem Fahrrad zurück.

Jährlich bis zu 12.000 Kilometer geradelt

Unter anderem fuhr er vier Mal um den Neusiedler See, und einmal bis nach Ybbs an der Donau und retour. Dafür war er täglich zwischen zehn und zwölf Stunden unterwegs.

Jährlich fährt Wilfried Raab laut eigenen Angaben zwischen 8.000 und 12.000 Kilometer mit dem Rad. Für den Wettbewerb habe er sich aber nicht speziell vorbereitet, wie er betont. Einige Male seien Zweifel aufgekommen, ob er sein Ziel erreichen können wird:

„Am Abend habe ich mir öfter gedacht, ich weiß nicht, ob ich morgen wieder 200 Kilometer fahre. Aber am nächsten Tag war dieses Gefühl wieder weg, und die 200 Kilometer haben sich einfach wieder so ergeben“, schmunzelt der Hobby-Sportler, der hauptberuflich Chef-Mechaniker im Weidener Fahrrad Shop „Mountainbiker am See“ ist.

"Bis 40 hab ich keinen Sport gemacht"

Zum Sport kam der 49-jährige Parndorfer aber erst relativ spät: „Bis ich 40 Jahre alt war, habe ich überhaupt keinen Sport gemacht. Ich habe nur gearbeitet“, blickt Wilfried Raab zurück.

Der Kampf gegen den inneren Schweinehund und das Messen mit anderen Sportlern spornen den Parndorfer zu immer neuen Herausforderungen an. 2016 will er an zwei Mountainbike-Bewerben teilnehmen: Am Selleronda Hero-Bewerb in Südtirol und am Ötztaler Radmarathon, dem härtesten Mountainbike-Tagesrennen in Österreich.


Information

Seit 2010 gibt es den Bewerb „Festive 500“ auf der Sportler-Plattform „Strava“. Ziel bei diesem Wettbewerb ist es, vom 24. bis zum 31. Dezember mindestens 500 Kilometer mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Die Sportler zeichnen ihre Strecken mit einem GPS-fähigen Gerät auf und laden die Daten anschließend auf die Internet-Seite www.strava.com hoch. So können die Leistungen der Sportler verglichen werden.

Weltweit nahmen 2015 über 72.000 Radfahrer an dem Bewerb teil. Dabei belegte Wilfried Raab international den vierten Platz. Unter den 261 teilnehmenden Österreichern belegte Raab klar den ersten Platz, mit einem Abstand von über 600 Kilometern zum Zweitplatzierten.