Erstellt am 27. April 2011, 00:00

Passionsspiele: Proben im Steinbruch gestartet. ST. MARGARETHEN / Bundespräsident Heinz Fischer übernimmt Ehrenschutz. Premiere ist am Pfingstsonntag, dem 12. Juni.

Proben gestartet. Seit Palmsonntag wird im Steinbruch von St. Margarethen für die Passionsspiele geprobt. Die Premiere ist am Pfingstsonntag, dem 12. Juni angesetzt.Barbara Horvath-Piroska/Diözese Eisenstadt  |  NOEN
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ST. MARGARETHEN /  Stolz und erfreut sind die Verantwortlichen über die Zusage von Bundespräsident Heinz Fischer, den Ehrenschutz über die Passionsspiele St. Margarethen zu übernehmen. „Ich hatte bei einer persönlichen Begegnung die Möglichkeit, dem Bundespräsidenten die Passionsspiele vorzustellen. Dass er sie nun unter seine Schirmherrschaft stellt, ist eine große Auszeichnung für uns,“ so Spielleiter und Ortspfarrer Georg Lang. Zugesagt hat Heinz Fischer auch seinen Besuch in St. Margarethen. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

Bereits im November des Vorjahres haben die Laienschauspielerinnen und -schauspieler unter Regie von Robert Herzl mit den Proben begonnen. Am Palmsonntag standen sie erstmals auf der Naturbühne im Römersteinbruch, die sich heuer anders präsentiert. Der Regisseur setzt auf eine Reduktion der Kulisse: „Steinbruch pur mit den notwendigsten Requisiten und den darstellenden Menschen im Mittelpunkt.“ Neu ins Spiel integriert Herzl die Rolle des Evangelisten, der als Erzähler die Handlung strukturiert und vorantreibt. Und die des Teufels, dargestellt von Emmerich Waha. So wie die meisten St. Margarethener, ist auch er von Kindesbeinen an in das Passionsspiel hineingewachsen. War Statist und Eseltreiber, der Hohepriester Hannas und schließlich Judas. Die Rolle des Teufels ist eine völlig neue Herausforderung. Charmant soll er sein, seriös und einschmeichelnd. „Den Bösewicht zu spielen ist interessant, es verlangt, mehr aus sich herauszugehen, mehr Schauspiel.“

Hubert Händler als Jesus  zum fünften Mal dabei

Hubert Händler war wenige Monate alt, als ihn seine Mutter erstmals mit auf die Bühne im Steinbruch nahm. 45 Jahre später spielt er zum fünften Mal die Hauptrolle. Die Herausforderung Jesus darzustellen, wird für ihn von Mal zu Mal größer. „Vielleicht ist es eine Frage des Alters und der Lebenserfahrung.“ In diesem Jahr liegt es sicher auch an der Neuinszenierung. Der Text ist völlig neu und umfangreicher. Die Proben sind zeitintensiver. Die Professionalität des Regisseurs bringt nicht nur auf künstlerischem Niveau eine gewaltige Steigerung. Regisseur Robert Herzl legt auch Wert auf Emotion: „Die frohe Botschaft, die Menschlichkeit ist bei vielen Szenen sehr ausgeprägt. Es beeindruckt mich immer wieder, was er aus jedem Einzelnen von uns herausholen kann.“

Seit 1926 wird in St. Margarethen Passion gespielt. Dem ursprünglichen Schauplatz, einem Bauernhof, ist die Inszenierung längst entwachsen. Seit 1961 dient der Römersteinbruch als Naturkulisse. 450 Laiendarstellerinnen und -darsteller bewegen sich auf der Freilichtbühne, rund 200 Personen werken dahinter. Diesjährige Premiere ist am 12. Juni, dem Pfingstsonntag.

Informationen gibt es im Passionsspielbüro,02680/2100, und unter www.passio.at.