Erstellt am 23. Juli 2014, 12:17

von Pia Reiter

Tourismus in der Krise?. Saison erweitern / Podersdorfer Arbeitsgruppe soll Maßnahmen für neue Gästeschichten und bessere Auslastung erarbeiten.

Zu ruhig. Vielen Podersdorfern, die von den Urlaubern leben, hat die Seewinkelgemeinde für Mitte Juli zu wenig Gäste. Die Hauptsaison wird immer kürzer, genauso wie das Buchungsverhalten immer spontaner wird.  |  NOEN, Müllner

Die Stimmungslage in der Tourismusgemeinde ist nicht die Beste: Viele Vermieter, aber auch andere Betriebe sind mit dem bisherigen Saisonverlauf gar nicht zufrieden. „Ich kenne keinen Betrieb, der bis dato ein Plus erwirtschaftet hat“, sagt Unternehmer Tom Böhm.

Andreas Karner („Seewirt“) meint: „Mittlerweile ist die Saison angelaufen und es läuft ganz gut! Tatsache ist, dass die Hauptsaison nur mehr einen Monat lang dauert, und zwar von Mitte Juli bis Mitte August. Ein Nächtigungsrückgang von 10 Prozent ist aber leider auch Tatsache. Dieses Wochenende war das erste gute Saisonwochenende. Auslastungssteigerung in der Vor- und Nachsaison ist das Stichwort der nächsten Jahre.“

"Arbeitsgruppe soll Sprachrohr nach außen sein"

Maßnahmen für die kommende Saison werden bereits angedacht, Tourismusobmann Rene Lentsch will auch eine Arbeitsgruppe zum Thema Kiten ins Leben rufen Rene Lentsch, Tourismusobmann Podersdorf am See erklärt: „Die Arbeitsgruppe soll zentrale Anlaufstelle für die Problemstellungen rund um den Kite-Sport in Podersdorf werden. Ganz wichtig: Sie soll auch Sprachrohr nach außen sein. Die Gemeinde, das Land Burgenland und alle Interessierten sollen über die Fortschritte/Ergebnisse informiert werden. Ich bin zuversichtlich, denn die Positionen liegen nicht ganz so weit auseinander, wie es denn Anschein vermittelt. Mit einer offenen Herangehensweise an die Thematik, vernünftige Diskussionen und Kompromissbereitschaft von beiden Seiten lässt sich vieles erreichen. Auch auf die Gefahr mich damit zu weit hinauszulehnen: Ergebnisse müssen/werden im Frühjahr 2015 spürbar sein.“

Auch Böhm sieht die derzeitige Diskussion positiv: „Es haben sich bereits Arbeitsgruppen gebildet haben, um zumindest für die nächste Saison gerüstet zu sein. Ich hoffe, dass auch die Verantwortlichen und Entscheidungsträger sich endlich zu vernünftigen Lösungen durchringen können. Und nicht wie in den vergangenen fünf Jahren alles von Wind und Wetter abhängig machen.“

"Urlauber entscheiden immer spontaner“ 

Tourismuschef Walter Gisch, spricht von einer schlechteren Buchungslage als im Vorjahr, ist aber mit dem ersten halben Jahr zufrieden: „Bis Juni schaut es gut aus, im Juli sind die ersten 14 Tage etwas schlechter. Der Juni war wegen der Feiertage aber besser als im Vorjahr und auch am Campingplatz ist es ganz gut gelaufen. Was aber eindeutig feststellbar ist, ist, dass das Buchungsverhalten der Urlauber immer spontaner und kurzfristiger ist.“ Und zu den Maßnahmen von Lycra für Kiter oder Gänsezaun sagt er: „Wir werden evaluieren, was wir besser machen können.“

Gemeindevorstand Franz Josef Steiner (SPÖ) weiß um die Bedeutung des künftigen Geschäftsführers der Podersdorfer Tourismusgesellschaft, der wegen der baldigen Pensionierung von Walter Gisch bereits gesucht wird: „Wir brauchen jemand, der Ahnung von der Materie hat und keinen Verwalter, der parteipolitisch denkt und handelt. Strukturen müssen geschaffen werden. Der neue Tourismuschef braucht nur der Bevölkerung zuhören, die wissen, woran es hakt.“


Zitiert

x  |  NOEN, zVg
Rene Lentsch, Tourismusobmann Podersdorf am See

„Die Arbeitsgruppe soll zentrale Anlaufstelle für die Problemstellungen rund um den Kite-Sport in Podersdorf werden. Ganz wichtig: Sie soll auch Sprachrohr nach außen sein. Die Gemeinde, das Land Burgenland und alle Interessierten sollen über die Fortschritte/Ergebnisse informiert werden.

Ich bin zuversichtlich, denn die Positionen liegen nicht ganz so weit auseinander, wie es denn Anschein vermittelt. Mit einer offenen Herangehensweise an die Thematik, vernünftige Diskussionen und Kompromissbereitschaft von beiden Seiten lässt sich vieles erreichen. Auch auf die Gefahr mich damit zu weit hinauszulehnen: Ergebnisse müssen/werden im Frühjahr 2015 spürbar sein.“

Nächtigungen

Vergleich der Entwicklung Illmitz - Podersdorf am See (2003 bis 2013). Quelle: Statistik Austria

             Podersdorf   Illmitz
2003     394.909       156.003
2006     320.378       136.307
2008     356.933       147.105
2009     389.542       152.384
2010     381.034       150.544
2011     378.877       149.464
2012     385.194       151.062
2013     366.956       140.422