Erstellt am 09. Januar 2015, 10:51

von APA/Red

Bankomat-Diebstahl: 33 Monate für Mittäter. Ein 26-jähriger Mann, der im vergangenen Sommer an einem Bankomat-Diebstahl in Podersdorf (Bezirk Neusiedl am See) beteiligt gewesen sein soll, ist heute, Freitag, in Eisenstadt zu 33 Monaten Freiheitsstrafe nicht rechtskräftig verurteilt worden.

Foto: Erwin Wodicka  |  NOEN, Erwin Wodicka
Der Angeklagte gestand, das Fluchtfahrzeug gelenkt zu haben. Darin hatten Beamte den gestohlenen Bankomat mit rund 73.000 Euro gefunden.

Filmreife Szenen spielten sich in der Nacht auf den 31. August in der Seegemeinde ab. Ein Pkw fuhr damals gegen die Scheibe eines Supermarktes. Die Täter banden anschließend ein Seil um den Bankomaten im Foyer und rissen ihn mithilfe des Wagens aus der Verankerung.

Der Bankomat wurde in das von den Haupttätern bereitgestellte Auto geladen. Der nun Angeklagte sollte den beiden Männern, die in einem separaten Pkw unterwegs waren, folgen. Sie konnten flüchten, der 26-jährige Slowake wurde, nachdem er als Geisterfahrer auf der Nordostautobahn (A6) unterwegs war und dann davonrannte, geschnappt.

Aus finanzieller Not zugestimmt

"Zwei Tage vor dem Tattag haben mich die beiden besucht und gefragt, ob ich 2.000 Euro verdienen will", schilderte der Angeklagte vor dem Schöffensenat. Sie hätten etwas von einem Safe geredet und dass er als Chauffeur und Aufpasser arbeiten solle. Aus finanzieller Not habe er zugestimmt. Am Tattag selbst seien die beiden Männer mit den präparierten Autos - davon wurde ein Wagen im Mai gestohlen - gekommen. Noch bevor der Bankomat rausgerissen wurde, stachen die beiden Haupttäter die Vorderreifen der Polizeiautos auf, berichtete der 26-Jährige.

"Das war ja fast wie im Film, oder?", fragte Schöffensenatsvorsitzender Richter Wolfgang Rauter eine Zeugin, die gegenüber des Supermarktes wohnt und die Tat mitbekam. "Man glaubt's nicht, ja", sagte sie darauf.

Der Angeklagte bekannte sich schuldig, was der Senat mildernd wertete. Da der Mann die Namen der beiden anderen Täter nicht nennen wollte - "Ich fürchte um mein Leben" - sei eine größere Strafmilderung jedoch nicht möglich gewesen, erklärte Rauter. Würde der 26-Jährige, der sich seit 31. August in Untersuchungshaft befand, zu einem späteren Zeitpunkt die Namen der Täter bekannt geben, wäre eine nachträgliche Strafmilderung möglich. Die Verteidigung verzichtete auf Rechtsmittel, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.