Erstellt am 10. März 2015, 14:45

von APA/Red

Haus für unbegleitete Minderjährige eröffnet. Der Samariterbund hat in Podersdorf im Burgenland ein Haus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eröffnet.

 |  NOEN, zVg
Die ersten 15 Jugendlichen sollten am Dienstag ihr vorübergehendes neues Zuhause beziehen, teilte die Organisation in einer Aussendung mit. In Podersdorf sollen bis zu 40 Jugendliche untergebracht werden, die ohne ihre Eltern geflüchtet sind. Auch weitere Standorte seien geplant.

"Junge Flüchtlinge haben Dramatisches durchgemacht"

Die minderjährigen Flüchtlinge wohnen im Rahmen der Grundversorgung im "Gästehaus Storchenblick". Qualifizierte Betreuer hätten ihre Arbeit bereits begonnen, hieß es vom Samariterbund. Mit dem neuen Standort würden bis zu 20 Arbeitsplätze geschaffen.

"Die jungen Flüchtlinge haben Dramatisches durchgemacht. Wir bieten ihnen einen möglichst guten Start in ein neues Leben durch fachliche Hilfe im Asylverfahren, Sprachkurse, einen nachvollziehbaren Alltag und Unterstützung rund um die Uhr", so Reinhard Hundsmüller, Bundesgeschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs.

Die Erfahrungen würden zeigen: "Die Jugendlichen sind sehr motiviert und lernfreudig, aber ohne qualifizierte Ausbildung und ohne spätere Unterstützung beim Zugang zum Arbeitsmarkt und bei der Wohnungssuche wird ein Neustart in Österreich für sie sehr schwer."

Für die Gruppe der 14- bis 18 Jährigen gebe es in Österreich besonders wenig Unterbringungs- und Betreuungseinrichtungen. Hier gebe es Handlungsbedarf, erklärte Hundsmüller. Zudem seien rasche Asylverfahren notwendig.

Man führe bereits Gespräche mit Vertretern der Politik für einen weiteren Standort in Kärnten und mehrere im Burgenland. Geplant sei auch die Eröffnung der Standorte Operpullendorf, Jennersdorf und Luising.

In Wien bereits gute Erfahrungen gemacht

Mit dem "Haus Sidra" in Wien habe der Samariterbund "gute Erfahrungen" in der Arbeit mit 30 jungen Flüchtlingen gemacht. Die großteils aus Syrien kommenden Jugendlichen würden am Vormittag entweder regulär die Schule oder einen Deutschkurs besuchen. Ein multiprofessionelles Betreuerteam sei rund um die Uhr für die Minderjährigen da. Zu Mittag werde gemeinsam gegessen und abends gemeinsam gekocht. Am Nachmittag biete man Freizeitprogramme an.

Im Haus Winkeläckerweg betreue der Samariterbund Wien im Auftrag des Fonds Soziales Wien weitere 150 Asylwerber, darunter viele Familien. Auch in Berndorf im Bundesland Salzburg hätten im Jänner 30 Flüchtlinge im Rahmen der Grundversorgung ein vorübergehendes Zuhause gefunden.