Erstellt am 03. September 2014, 09:07

von Pia Reiter

Vier Kiter in vier Wochen angezeigt. Seit Ende der Schonfrist am 4. August gilt für Kitesurfer strenge Leiberlpflicht, Anzeigenflut ist aber ausgeblieben.

Positive Bilanz. Laut den Tourismusverantwortlichen in Podersdorf am See sind Zwischenfälle nach Einführung der Leiberlpflicht für Kiter seltener geworden.  |  NOEN, Katharina Zedlacher-Fink
Seit Ende der Schonfrist für das Nicht-Tragen der Nummern-Lycras hat es in Podersdorf am See vier Anzeigen gegen Kiter gegeben, das bestätigte die Polizei auf Nachfrage der BVZ. Und das, obwohl in der Vorwoche Kite-Hochsaison war: An der Kasse beim Nord-Nordstrand wurden an drei Tagen jeweils 450 Stück Lycras an die Wassersportler ausgegeben.

Kiter können Einspruch einlegen

„Die Situation ist besser geworden, die Leute halten sich daran“, heißt es vonseiten der Polizei. In den bekannten Fällen handelt es sich um meist um Privatpersonen, die mit Fotos zur Polizei kommen und Anzeige erstatten. Die Polizei ist verpflichtet, das aufzunehmen und leitet die Anzeige an die Bezirkshauptmannschaft weiter, die dann eine Geldstrafe bis zu 3.600 Euro festsetzen kann.

Die Polizei hat auch die Möglichkeit einer Abmahnung vor Ort, kann dann ein Organmandat in der Höhe von 20 Euro ausstellen. Die Bedenken, dass Kiter willkürlich angezeigt werden, seien bekannt, bis jetzt sei das aber nicht eingetreten, so die Polizei. Der Kiter hat die Möglichkeit bei der Behörde Einspruch einzulegen, dann wird laut Bezirkshauptmann Martin Huber genau geschaut, welche Rechtsvorschriften übertreten worden sind.

„Maßnahmen haben gegriffen“

Podersdorfs Tourismuschef Walter Gisch zieht zufrieden Bilanz über die erste Saison mit der Leiberlpflicht: „Die Maßnahmen haben gegriffen, es gibt jetzt viel weniger Missachtungen gegen die geltende Verordnung.“ Auch habe er das Gefühl, dass die Kiter das Tragen des Lycra akzeptieren: „Die Gäste werden darüber gut informiert, für uns ist das voll aufgegangen. Man weiß eben jetzt, wer die Regeln dauernd missachtet.“

Bis 20. September ist noch die Verordnung des Landeshauptmannes in Kraft, wonach Kiter und Surfer einen Sicherheitsabstand zum Badebereich von 200 Metern einzuhalten haben. Die Leiberlpflicht bleibt aber laut Gisch so lange die Kassen im Seebad besetzt sind (das heißt bis Ende September) aufrecht. Geahndet wird das Nicht-Tragen aber ab 20. September nicht mehr.

Für die nächste Saison gilt: Am Campingplatz geht es bereits ab Ende März los, für die anderen Bereiche tritt die Lycra-Pflicht einen Tag vor Beginn des Surf Worldcups am 24. April in Kraft, denn ab dann sind laut Gisch auch die Kassen im Strandbad wieder besetzt.

Tourismusobmann Rene Lentsch zeigt sich erfreut über die geringe Zahl der Anzeigen, weiß aber: „Die Leiberlpflicht kann nur ein erster Schritt sein, mit dem Lycra sind nicht alle Probleme zu lösen, wir müssen die Infrastruktur verbessern.“