Erstellt am 24. August 2011, 00:00

Politstreit um Ambulanz: Öffnungszeiten bleiben. UNFALLAMBULANZ FRAUENKIRCHEN / ÖVP fürchtet Anschlag auf medizinische Versorgung, SPÖ: „Patienten werden verunsichert.“

Diskussion. Die ÖVP-Bürgermeister des Bezirks befürchten einen Anschlag auf die medizinische Versorgung, die SPÖ und die Betreiber (die Barmherzigen Brüder) sprechen sogar von einer Ausweitung des Angebots der Unfallambulanz in Frauenkirchen.CHRISTOPHER SCHNEEWEISS  |  NOEN
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FRAUENKIRCHEN / Ab 1. September soll die Unfallambulanz im Ärztezentrum in Frauenkirchen nur mehr in den Sommermonaten von 8 Uhr bis 18 Uhr und in den Wintermonaten von 8 Uhr bis 14 Uhr geöffnet sein. Für Notfälle und akute Verletzungen ist die Ambulanz derezeit von Montag bis Sonntag 0 bis 24 Uhr geöffnet. Die ÖVP beruft sich auf Informationen von besorgten Dienstnehmern der Unfallambulanz und spricht von einem massiven Eingriff in die medizinische Versorgung für die 54.925 Einwohner im Bezirk Neusiedl am See. Das Büro von Landesrat Peter Rezar (SPÖ) spricht von einer Falschinformation der ÖVP-Bürgermeister und Vizebürgermeister, die sich in einer Presseaussendung klar gegen verkürzte Öffnungszeiten aussprechen. Das wäre ein Anschlag auf die gute medizinische 24-Stunden-Versorgung im Bezirk, meint der Halbturner Bürgermeister Markus Ulram und fordert, dass die Politik dafür Sorge dafür tragen müsse, dass im größten Bezirk und im Bezirk mit den meisten Einwohnern des Landes, die medizinische Versorgung mit einer Fahrzeit von maximal 20 Minuten aufrecht erhalten bleibt. Insbesondere Gesundheitslandesrat Peter Rezar, solle die Maßnahmen überdenken.

SPÖ: „ÖVP befindet sich wohl  schon im Vorwahlkampf“

 

Aus dem Büro von Landesrat Rezar werden die Pläne für verkürzte Öffnungszeiten kategorisch verneint: „Das stimmt nicht. Die ÖVP-Bürgermeister befinden sich wohl schon im Vorwahlkampf. Das trägt nur dazu bei, die Patienten der Unfallambulanz zu verunsichern.“ Laut Pressesprecher Christian Frasz soll es sogar eine Qualitätsverbesserung der Versorgung geben: „Neben dem Notarzt, der bis jetzt immer alleine Dienst gemacht hat, wird es ab Herbst einen zweiten Arzt geben, der die Patienten in der Ambulanz tagsüber versorgt, wenn der Notarzt zu einem Einsatz muss.“

Das bestätigt auch Direktor Horst Jany von den Barmherzigen Brüdern in Eisenstadt, denen die Unfallambulanz Frauenkirchen untersteht: „ Die Ambulanz bleibt sieben Tage die Woche offen, es wird keine Verkürzung der Öffnungszeiten geben.“