Erstellt am 13. April 2016, 06:24

von Birgit Böhm-Ritter

Postler vergisst Briefkasten. Der Postkasten am alten Bahnhofsgebäude in Frauenkirchen wurde über Monate nicht geleert. Die Briefsendungen wurden nun nachträglich zugestellt.

Der vergessene Briefkasten. Über Monate hinweg, wurden Briefe nur hineingeworfen, aber nicht weiterversendet. Foto: Kandlbauer  |  NOEN, Kandlbauer
Wer im April Weihnachtspost bekommt, denkt wohl eher an einen Aprilscherz als an ernst gemeinte Glückwünsche. Kommt die Post aus Frauenkirchen, handelt es sich aber keineswegs um einen Scherz, wie ein der BVZ zugetragener Fall beweist.

Dort soll ein Postbediensteter ein halbes Jahr vergessen haben, den Briefkasten beim Bahnhof auszuleeren. 600 bis 700 Briefsendungen hätten mehrere Monate vergeblich auf ihre Zustellung gewartet.

Erst Arzt-Angestellte deckte den Fall auf

„Ja, dieser Fall ist uns bekannt“, bestätigt Postsprecher Michael Homola auf Anfrage. Die Anzahl der Briefstücke dementiert er allerdings. „So viele passen nicht in den kleinen Postkasten.“ Er spricht von maximal vier Monaten, in denen der „wenig frequentierte“ Briefkasten nicht geleert worden sei und betont: „Alle Briefe wurden nachträglich zugestellt.“

Er räumt allerdings ein, dass ein Fehler passiert sei. Der zuständige Postbeamte habe die Tour neu übernommen. Der Mitarbeiter sei von seinem Vorgänger zwar gebrieft worden, bei der Jobübergabe müsse aber etwas schiefgegangen sein, erklärt Homola.

Fest steht, dass der Beamte den Postkasten am Bahnhofsgebäude über eine längere Zeit nicht ausgeleert hat. Post, die im Regelfall nach ein bis zwei Werktagen beim Empfänger eintrifft, kam erst nach mehreren Wochen oder Monaten an.

Erst auf Anraten eines Frauenkirchener Arztes, dessen Angestellte immer wieder vor der Heimfahrt mit dem Zug Briefe in diesen Postkasten warf, wurde der Postkasten vor etwa zwei Wochen geöffnet.