Potzneusiedl

Erstellt am 29. August 2016, 15:32

von APA Red

Friseurin getötet: Mordprozess mit Pausen. Die Verhandlung wegen Mordes an einer 57-jährigen Friseurin in Potzneusiedl (Bezirk Neusiedl) findet trotz schwerer Erkrankung des Erstangeklagten statt, aber es müssen "alle halben Stunden" Pausen eingelegt werden, sagten seine Anwälte Astrid Wagner und Christian Lackner auf APA-Anfrage. Der Gerichtsgutachter hat den Mann für verhandlungsfähig erklärt.

 |  NOEN, APA, (Archiv, Pfarrhofer)

Ob der Hauptangeklagte schon am Donnerstag vor Gericht erscheint, werde sich im Hinblick auf dessen Gesundheitszustand jedoch voraussichtlich erst "im letzten Moment" entscheiden, sagte der Sprecher des Landesgerichts Eisenstadt, Vizepräsident Bernhard Kolonovits. Der Prozesstermin bleibe jedenfalls aufrecht. Allenfalls werde zunächst einmal nur gegen die Frau verhandelt.

Anklage auf Mord und schweren Raub

Der Mordprozess hätte bereits im Juni stattfinden sollen. Eine Woche zuvor wurde dieser allerdings aufgrund der Erkrankung des Hauptangeklagten auf unbestimmte Zeit verschoben. Ihr Mandant sei "unheilbar krank", sagte seine Anwältin Wagner. Sie hatte zuvor im Namen ihres Mandanten, der die Vorwürfe vehement bestreitet, einen Antrag auf Haftuntauglichkeit und Verhandlungsunfähigkeit gestellt, der abgewiesen wurde.

Angeklagt sind der 53-jährige Exfreund der Toten sowie seine damalige neue Freundin, ebenfalls 53. Die Leiche der 57-jährigen Frau war im September des Vorjahres in ihrem Schlafzimmer gefunden worden. Sie starb durch einen Messerstich in die Brust und mehrere wuchtige Schläge mit einem Stahlrohr. Einen Tag nach dem Auffinden der Leiche wurden der Mann und seine Freundin festgenommen. Über beide wurde die Untersuchungshaft verhängt.

Die Anklage wirft dem Mann Mord und außerdem schweren Raub vor, weil er vom Tatort Geld und eine Kamera weggenommen haben soll. Der Frau, die sich geständig zeigte, wird Beitragstäterschaft beim Mord sowie Hehlerei zur Last gelegt. "Sie hat gewusst, dass er das plant", sagte der Anwalt der Beschuldigten, Werner Tomanek. Doch die 53-Jährige hatte Angst zur Polizei zu gehen, da sie glaubte, dass ihr Freund auch ihr Gewalt antun würde.