Erstellt am 01. April 2015, 09:14

von Paul Haider

Ein Heim für Heimatlose. Das erste Parndorfer Flüchtlingsheim: Aniko Zettl renoviert auf eigene Kosten ein leer stehendes Wohnhaus und will hier bald zehn Asylwerber aufnehmen.

Gute Seele. Aniko Zettl nimmt Flüchtlinge auf.  |  NOEN, Haider

Aniko Zettl hat die Initiative ergriffen. Weil sie in Zeitungsberichten immer wieder gelesen hat, dass Quartiere für Flüchtlinge gesucht werden, hat sie sich dazu entschlossen, ein privates Heim für Asylwerber in Parndorf zu gründen.

„Ich fühle mit den schrecklichen Bildern, die man im Fernsehen sieht, mit“, erzählt die Parndorferin im Gespräch mit der BVZ. „Im letzten Winter kam mir dann die Idee, dass wir es probieren könnten, einige Flüchtlinge aufzunehmen, denn wir haben ja dieses große leer stehende Haus“, erklärt Zettl.

Vorläufiges Zuhause für zehn Asylwerber 

An der Adresse Flugfeldgasse 1, im Zentrum von Parndorf, sollen nun schon in wenigen Wochen zehn Asylwerber aus Krisengebieten ein vorläufiges Zuhause finden.

Zunächst nur Männer, denn: „Der Fluchtweg ist derart gefährlich, dass zuerst die Männer kommen. Wenn das Asylverfahren positiv verläuft, kommt die Familie nach“, weiß Aniko Zettl.

Das künftige Asylheim wird derzeit renoviert und neu eingerichtet - das macht Familie Zettl auf eigene Kosten. Auf rund 300 Quadratmetern soll ein gemütliches Heim entstehen.

Sogar ein kleiner Garten wird den aus Kriegsgebieten stammenden Männern zur Verfügung stehen. „Wenn ich Flüchtling wäre, dann würde ich auch gerne hierher kommen“, ist Aniko Zettl stolz auf ihre Bemühungen.

„Menschen im Vorhinein abstempeln geht nicht“

Auf negative Stimmen aus der Parndorfer Bevölkerung reagiert sie gelassen: „Ich kann verstehen, dass manche Leute Angst haben. Für mich ist das ja auch neu. Aber Menschen im Vorhinein als Vergewaltiger oder Sonstiges abzustempeln, das geht nicht.“

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) freut sich über das erste Parndorfer Flüchtlingsheim: „Als Gemeinde haben wir dafür keine geeigneten Räumlichkeiten. Ich bin sehr froh, dass sich eine Familie gefunden hat, die Asylwerber aufnehmen will - so wie es das in vielen anderen Gemeinden auch schon gibt“.