Erstellt am 24. November 2010, 00:00

Protest der Trafikanten gegen EU-Kommission. SCHIKANE ODER SCHUTZ? / Einheitspackungen für Zigaretten: Trafikanten wehren sich und starten eine Unterschriftenaktion.

Unsichtbare Ware. Landesgremialobmann Burgenland der Tabaktrafikanten Hannes Dragschitz zeigt in seiner Trafik in Neusiedl, wie sich die EU in Zukunft die Aufbewahrung der Tabakprodukte vorstellt.  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Aus den Augen, aus dem Sinn? Getreu diesem Motto verfolgt die EU-Kommission Pläne, die den Verkauf von Tabakprodukten massiv einschränken sollen. So soll es Einheitspackungen für Zigaretten geben, die nur die Produktnamen in Einheitsschrift zeigen, verbunden mit bildlichen Warnhinweisen. Außerdem sollen Zigaretten unter die Theke oder in Apothekerschränke verbannt werden, denn geht es nach den Plänen der EU, dürfen diese nicht mehr für den Konsumenten sichtbar sein, wenn er eine Trafik betritt.

Ebenso hat die EU eine öffentliche Befragung gestartet, wie die Bürger zum Thema Tabak stehen. Diese ist jedoch nur über Internet und in Englisch zu machen. Für Hannes Dragschitz, Landesgremialobmann der Trafikanten Burgenland ist das ein abgekartetes Spiel: „Die Befragung kann nur der machen, der auch Internet zu Hause hat. Außerdem versteht ein Normalbürger den in Englisch abgefassten Fragebogen nicht.“ Deshalb gibt es nun auf Initiative der Trafikanten eine deutsche Übersetzung, die auf www.wettoe.at zu finden ist. Am Wochenende wurden die Regale mit den Tabakprodukten mit Packpapier verhängt, um den Kunden zu zeigen, wie eine Tabaktrafik nach den Vorstellungen der EU in Zukunft aussehen wird.

Auch eine Unterschriftenaktion wurde von der Wohlfahrtseinrichtung der österreichischen Trafikanten, der Wirtschaftskammer und dem Verband für Cigarren- und Pfeifenfachhändler gestartet, die derzeit noch läuft. „Ob weiße neutrale Päckchen die Leute wirklich dazu bringen, weniger zu rauchen, darf bezweifelt werden“, sagt Dragschitz.