Erstellt am 20. Oktober 2010, 00:00

Protest gegen Deponie. MOBILISIERT Mehr als 300 empörte Bürger gingen gegen das geplante Deponieprojekt der Firma AVE auf die Straße.

Heinz Siber moderierte die Protestkundgebung in Parndorf.  |  NOEN
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PARNDORFER PLATTE / Mehr als 300 Bürger trotzten dem feuchten und kalten Herbstwetter und brachten damit hren Unmut über die geplante Giftmülldeponie auf der Parndorfer Platte zum Ausdruck. Mehrere Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik bekräftigten ihre Unterstützung. Nationalrätin Christiane Brunner (Grüne) berichtete über ihren traurigen Besuch in Kolontar (Ungarn) und war sichtlich bestürzt über die Giftschlammkatastrophe.

Nationalrat Erwin Preiner (SPÖ), berichtete über seine Anfragen an den zuständigen Minister im Nationalrat. „Auch wenn Umweltminister Berlakovich die Beantwortung meiner parlamentarischen Anfrage nicht dringlich erscheint - wir haben keine Zeit zu verlieren: Das Wahnsinnsprojekt Reststoffdeponie Neudorf gehört sofort gestoppt“, fordert Preiner. Landtagsabgeordneter Gerhard Kovasits (FPÖ) will in der nächsten Landtagssitzung diesen Missstand zum Thema machen.

Bürger wollen gegen die  geplante Deponie kämpfen
Für die vielen Einwohner der umliegenden Gemeinden ergriffen Bürgermeister Wolfgang Kovacs (Parndorf), Bürgermeister Gerhard Zapfl (Nickelsdorf) und Vizebürgermeister Harald Ladich (Neudorf) das Wort. „Die Kanonen haben wir bereits aufgestellt, und wenn es sein muss, laden wir sie auch“, zeigte sich Kovacs kampfbereit. JVP-Bezirksobmann Jakob Skodler, forderte den Projektbetreiber AVE im Namen der Jugend zur Einstellung des Vorhabens auf. Die Firma AVE betont in einer Stellungnahme, dass sie konstruktive Gespräche mit den Gemeinden suche. „Vonseiten des Ministeriums wurde klargestellt, dass - auch wenn das laufende Verfahren rein formalrechtlich nicht angehalten werden kann - doch sichergestellt ist, dass bis Jahresende keine rechtlich relevanten Schritte gesetzt werden. Jetzt liegt es an den Gemeinden diesen Vorschlag aufzugreifen und in konstruktive Gespräche mit der AVE zu gehen.“

Einen Vergleich des Deponieprojektes mit der jüngsten Umweltkatastrophe der Rotschlammdeponie in Ungarn bezeichnete die AVE als „fachlich vollkommen falsch“.