Erstellt am 26. Februar 2014, 23:59

von Nicole Thüringer

Protest gegen Rodung : Frau gegen Arbeiter. Weidenerin wollte Holz-Lagerung verhindern. Bürgermeister rief Polizei, Bürger kritisieren Baumschnitt.

Das Landschaftsbild entlang der Bahnlinie in Weiden am See hat sich nun drastisch verändert. Die Weiden und Silberpappeln wurden zu einer Höhe von fünf Metern gekappt. Nun erheben Bürger ihre Stimmen.  |  NOEN, Thürimger
Von Nicole Thüringer

Für Aufruhr sorgte vergangene Woche die Durchführung von Rodungsarbeiten im Bereich Bahn und Radweg in Weiden am See. “Sicherheit kombiniert mit Naturschutz“ ist die Devise. Darüber ist man sich zumindest einig.

So kam es vergangenen Donnerstag, zum Zeitpunkt, als die Rodung durchgeführt wurde, zu einer Protestaktion einer verärgerten Anrainerin, die sich gegen die Baumfäller stellte.

„Umweltdenken lässt zu Wünschen übrig“ 

Die Dame war über die Lagerung des Holzes auf einem Grundstück, dass eigentlich unberührt bleiben sollte, erzürnt. Daraufhin wurde von Bürgermeister Willi Schwartz die Polizei gerufen. „Das Umweltdenken im Norden des Seewinkels lässt zu wünschen übrig. Denn es stellt sich mir die Frage, ob es denn wirklich so weit hätte kommen müssen?“, so die aufgebrachte Anrainerin.

Auch weitere kritische Stimmen ertönen. Max Schinko, Kreativer aus Weiden am See äußerte sich dazu folgendermaßen: „Ich bin mehr als entsetzt und verärgert über die Art und Weise, wie mit dem letzten Altbaumbestand in Weiden umgegangen wird. Hier hat nicht nur der Bürgermeister, sondern vor allem die Behörde erheblichen Erklärungsbedarf. Was hier in Weiden passiert, ist einer Nationalparkgemeinde sowie zeitgemäß und nachhaltig denkender Menschen absolut unwürdig.“

Andreas Rohatsch von den Grünen und Unabhängigen Weiden am See sagt dazu: „Natürlich sind wir entsetzt, mit welch roher Gewalt die alten Bäume gekappt wurden, und das Gelände, das ein Markenzeichen von Weiden war, verwüstet wurde. Bemerkenswert dabei sind natürlich auch die Kollateralschäden, wie kaputte Radwege und Gehwege, deren Sanierung ein Vielfaches der Rodungskosten ausmachen werde und natürlich von der Gemeinde bezahlt werden müssen.

„Forderung von  Pflegemaßnahmen“

Der Betrag, der für eine sinnvolle und auch notwendige Baumpflege, die auch wir befürworten, „eingespart“ würde, müsse für Sanierungsarbeiten aufgewendet werden, so Rohatsch: „Ein mehrfacher Schaden, vom Imageverlust als Nationalparkgemeinde gar nicht zu reden. Für mich stellt sich die Frage, welche Behörde im Schutzgebiet solche völlig unsensiblen Vorgehensweisen genehmigt.“

Bürgermeister Willi Schwartz (ÖVP) argumentiert dagegen: „Diese Maßnahmen waren notwendig, denn die Bäume stellen wegen ihres überalterten Zustandes ein Gefährdungspotenzial für Anrainer und Radfahrer dar. Die Forderung der Grünen und Unabhängigen nach einer Erstellung eines Baumkatasters und Baumpflegemaßnahmen sind finanziell nicht zu tragen. Wie soll das finanziert werden?“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Pia Reiter aus des dieswöchigen Neusiedler BVZ: