Erstellt am 08. Oktober 2014, 09:30

von Elisabeth Kirchmeir

"Ich will was von dir!". Am Radweg zerrte ein 56-Jähriger Mann eine Frau in die Büsche - Urteil wegen versuchter Vergewaltigung.

Der 56-jährige Mann aus dem Bezirk Neusiedl (vorne) musste sich wegen versuchter Vergewaltigung vor Gericht verantworten.  |  NOEN, Kirchmeir

Etwas ungepflegt wirkte der 56-jährige Angeklagte, als er am Mittwoch der Vorwoche vor den Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Wolfgang Rauter trat.

Am 25. Juli dieses Jahres hatte er am Radweg zwischen Neusiedl und Podersdorf auf ein potenzielles Opfer gelauert. Als er eine Radfahrerin näherkommen sah, lehnte er sein Fahrrad an eine Bank und hielt die Frau mit den Worten „Ich will was von dir! Ich will Liebe von dir!“ an. Die geschockte 52-Jährige wurde von dem korpulenten Pensionisten in die Büsche gezerrt, wo sie sich heftig gegen seine Versuche wehrte, sie zu vergewaltigen.

Angesichts dieses Widerstandes ließ der Täter von ihr ab, sie konnte flüchten. Dank der Personenbeschreibung wurde der Mann wenig später verhaftet. Vor Gericht bekannte sich der Angeklagte schuldig. Sein Verteidiger, Felix Stortecky, wies darauf hin, dass sein Mandant Analphabet sei. Der Angeklagte tat sich sichtlich schwer, deutlich auf die Fragen des Richters zu antworten.

Opfer nach wie vor massiv beunruhigt

Das Opfer wurde unter Ausschluss der Öffentlichkeit befragt. Der Richter gab danach bekannt, dass die Frau massiv beunruhigt sei, sie habe Angst, dass etwas Ähnliches noch einmal passieren könnte. „Muss sich jede Frau vor Ihnen fürchten, wenn Sie aus dem Gefängnis herauskommen?“, fragte Richter Rauter den Angeklagten. „Sehen Sie ein, dass das nicht in Ordnung ist, wenn man fremde Frauen behelligt und mit ihnen Geschlechtsverkehr haben will?“ Fragen, auf die der Angeklagte nur unverständlich antwortete.

Er wurde zu 30 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon 20 Monate auf Bewährung. Zusätzlich erhielt er die Weisung, sich einer Psychotherapie zu unterziehen. „Ein gewisses Gefahrenpotenzial wirkt in ihm“, erklärte der Richter. Dennoch könne man den Mann nicht „ein Leben lang wegsperren“. Der Angeklagte nahm das Urteil an.