Erstellt am 17. September 2011, 14:18

Quecksilber in Rehfleisch: Alle Proben negativ. Stark überhöhte Schwermetallwerte im Fleisch von Rehen, die unter anderem am Truppenübungsplatz Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) erlegt worden waren, hatten im August für Aufregung gesorgt. Entwarnung kam nun von der Agentur für Lebensmittelsicherheit: Das zunächst in einem Heereslabor getestete Wildbret wurde zusammen mit neuen Proben nochmals untersucht. Alle Testergebnisse seien negativ.

Symbolbild  |  NOEN, BilderBox.com
In Teilen von im August gezogenen Proben waren nach Heeres-Angaben Quecksilberwerte festgestellt worden, die den Grenzwert um das 100-fache überschritten hatten. Für die neuerliche Untersuchung wurden zusätzlich in den Bezirken Bruck an der Leitha, Wiener Neustadt, Baden und Neusiedl am See Proben gesammelt. "Die Resultate sind negativ. Es gibt also keine überhöhten Schwermetallwerte im untersuchten Wildbret", so Niederösterreichs Landesveterinär Franz Karner zur "Kronen Zeitung". Mögliche Ursache für die angeblichen Horror-Werte könnten entweder ein Messfehler oder eine Verunreinigung der Proben sein. Auch der Bezirkshauptmann von Neusiedl am See, Martin Huber, bestätigte auf APA-Anfrage, dass die im Burgenland gezogenen Proben negativ getestet worden seien. Der Burgenländische Landesjagdverband hatte nach Bekanntwerden der hohen Schwermetall-Werte selbst Wildbret aus dem Raum um den Truppenübungsplatz untersuchen lassen. Er sei bereits mündlich darüber informiert worden, dass die Testergebnisse negativ seien, so Landesjägermeister Peter Prieler zur APA. Nun warte man noch auf die schriftliche Bestätigung. In der Jägerschaft sei man einerseits froh, dass keine überhöhten Werte festgestellt wurden. Andererseits sei man verärgert über die Vorgangsweise des Bundesheeres, "weil uns das massiv geschadet hat", so Prieler: "Das ist schade, dass man so vorgegangen ist." Kritisiert wird, dass nach Feststellung der hohen Schwermetallwerte kein Referenzlabor beigezogen worden sei, wie dies normalerweise bei solchen Ergebnissen üblich sei. Seitens der burgenländischen Jägerschaft bemühe man sich, qualitativ hochwertiges Wildfleisch anzubieten. Aus den Erfahrungen bisheriger Messungen habe man derartig hohe Schwermetallwerte von Beginn an nicht für möglich gehalten. Eine so hohe Quecksilberkonzentration zeige bei Wild nämlich rasch Wirkung, die bis hin zu auffälligem Verhalten des Tieres reiche.