Erstellt am 06. Juni 2012, 00:00

Römische Villa gefunden. ARCHÄOLOGISCHE AUSGRABUNGEN / Bei Aufschließungsarbeiten in Weiden am See wurde ein frühbronzezeitliches Gräberfeld und eine „Villa rustica“ entdeckt.

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VON BIRGIT BÖHM-RITTER

WEIDEN AM SEE / Bei Aufschließungsarbeiten des neuen Wohngebietes im Bereich der Kirchenäcker III kam es zu einem sensationellen archäologischen Fund: Ein römisches Landgut, eine sogenannte „Villa rustica“, aus dem 4. oder 3. Jahrhundert nach Christus und ein Gräberfeld aus der frühen Bronzezeit (etwa 2000 vor Christus) wurden entdeckt.

Bundesdenkmalamt:  „Seltener Fund in Weiden“

Franz Sauer, zuständiger Archäologe des Bundesdenkmalamtes, spricht von einem seltenen Fund. Ausgegraben wurden bereits mehrere Gräber von Frauen und Männern sowie ein Gebäude der Villa. Darüber hinaus fanden die Archäologen eine Mörtelgrube. „Dort wurde damals der Mörtel für den Villenbau angerührt“, erklärt Sauer.

Die Fundmeldung an das Bundesdenkmalamt kam nicht durch die Baufirma, sondern durch einen Passanten, der römische Dachziegeln entdeckte.

Dass das Gelände Geschichte beherbergt, war bei Archäologen bereits bekannt. Immer wieder seien dem Denkmalamt Fundstücke gemeldet worden, die in der Fundstellendatenbank registriert wurden. „Der Norden des Burgenlandes war seit jeher ein beliebtes Siedlungsgebiet“, erklärt Peter Adam, burgenländischer Landeskonservator des Denkmalamtes. Viele römische Villen werden im nördlichen Landesgebiet vermutet, gegraben sei aber noch selten geworden.

Die Aufschließungsarbeiten für den Kanal des neuen Wohngebietes in Weiden am See gehen unterdessen weiter und werden noch die nächsten zwei bis drei Wochen andauern. Begleitet werden sie von den Archäologen des Bundesdenkmalamtes. Dabei wird jedes Fundstück dokumentiert und im Parzellierungsplan eingetragen. „So können wir erkennen, wo es eine größere Dichte an Fundstücken gibt.“

Grundstücke vor Verkauf  archäologisch untersucht

Entwarnung kommt vonseiten des Bundesdenkmalamtes für zukünftige Grundstücksbesitzer. „Die Grundstücke werden von der Gemeinde Weiden am See erst verkauft, wenn sie von Archäologen untersucht wurden. Somit müssen sich die Grundstückseigentümer nicht mehr um Grabungen kümmern“, betont Archäologe Franz Sauer. Melden sich Interessenten bei der Gemeinde, dann rücke erst mal ein Archäologenteam aus.