Erstellt am 21. Januar 2015, 09:29

von NÖN Redaktion

LKW-Chaos entschärft?. Abgasplakette soll bald auch an ÖAMTC-Stellen in Kittsee und Nickelsdorf erhältlich sein, Anrainer hoffen auf Lösung.

Lange Wartezeiten. Für die Abgasplakette nehmen Frächter in Kauf, dass sie stundenlang vor dem ÖAMTC-Stützpunkt ausharren müssen. Einige kommen bereits am Sonntagabend, um Montagfrüh weiterfahren zu können. Die Nachfrage nach den Plaketten ist groß, in Neusiedl am See wurden seit 1. Jänner bereits mehr als 1.000 Plaketten verkauft.  |  NOEN, zVg

Mit einer massive Feinstaub- und Lärmbelastung sowie einem enormen Verkehrschaos, „da laufend die LKW auf den Fahrspuren parken - teilweise auch stundenlang“, sehen sich Ernestine Haller-Kiss und Michael Gartner, Anrainer in der Rot Kreuz-Gasse konfrontiert. „Jedenfalls ist die Situation eine Zumutung für alle Bewohner und betroffenen Unternehmer, die Grünflächen wurden beschädigt, da die LKW in diesen ausweichen müssen“, sind sich die beiden einig.

Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) hat sich die gesamte Vorwoche mit Beschwerden beschäftigt; „Die Maßnahme hat sich aufgrund einer neuen IG Luftverordnung von Wien und Niederösterreich ergeben, es gab keine Änderungen im Burgenland, wir sind dafür auch nicht zuständig. Wir müssen nur den Verkehr hinnehmen“, erklärt er. Nun können die Neusiedler aber vorerst wieder aufatmen.

Bis jetzt gab es die seit 1. Jänner für LKW vorgeschriebene Abgasplakette nur bei gewissen ÖAMTC-Stützpunkten, nicht aber bei den Grenzdienststellen direkt. Auf Initiative von Verkehrslandesrätin Michaela Resetar wird es noch innerhalb dieser Woche möglich sein, dass auch an den Grenzdienststellen Nickelsdorf und Kittsee die Abgasplakette erhältlich sein wird.

"Unverständlich, wieso es zu so einem Chaos kommt"

„Nicht nur für die Anrainer, sondern auch für alle Beteiligten waren die LKW-Staus rund um den ÖAMTC-Stützpunkt aus Gründen der Verkehrssicherheit nicht länger zumutbar. Wir haben versucht, hier so schnell wie möglich eine Lösung zu finden. Die vorwiegend ausländischen Frächter müssen nicht mehr durch Neusiedl fahren“, betont Resetar, die den Auslöser der Staus gerade zu Jahresbeginn darin sieht, dass vorab fast keine Informationen an ausländische Firmen gelangt sind und viele Frächter erst kurz vor Jahreswechsel von der Verordnung erfahren haben.

Auch vonseiten des ÖAMTC, heißt es: „Die Ursache für diesen Ansturm in Neusiedl am See hat sicherlich praktische Gründe. Für ausländische Fahrer ist es schwer, eine Werkstatt von außen zu identifizieren.“ Das Umweltministerium sieht das anders: „Die Kennzeichnungspflicht war seit Juli 2014 bekannt, es galt eine Übergangsfrist von sechs Monaten. Es ist unverständlich, wieso es zu so einem Chaos kommt.“

Neusiedls Stadtchef hofft jetzt auf eine Entschärfung der Situation: „Eine Ausgabe der Plakette an der Grenze findet meine volle Unterstützung und ist sicher die beste Lösung.“


Zitiert

„Die Situation der letzten Tage und Wochen ist eine unzumutbare Beeinträchtigung der Anrainer in ihrer Lebensqualität, aber auch eine Gefährdung der Verkehrssicherheit.“
Umweltgemeinderat Hannes Linahrt (Grüne)

„Gleich nach der Grenze die Abgasplakette zu bekommen, wäre sicher die vernünftigste Lösung.“
Vizebürgermeister Elisabeth Böhm (SPÖ)

„Für Wien und Niederösterreich werden Verordnungen erlassen und wir können das jetzt ausbaden.“
Stadtrat Thomas Halbritter (ÖVP)

„Die Kennzeichnungspflicht war den Frächtern seit einem halben Jahr bekannt.“
Büro Umweltministerium