Erstellt am 23. Dezember 2015, 05:03

von Paul Haider

Rotes Haus bleibt stehen. Das Bundesheer signalisiert Bereitschaft, das „Rote Haus“ an die Gemeinde Parndorf zu verkaufen. Weitere Details über die Geschichte des Gebäudes wurden bekannt.

Historisch. Das »Rote Haus« wurde vor über hundert Jahren als Getreidespeicher gebaut. Für viele Parndorfer hat es einen besonderen Symbolwert. Foto: Haider  |  NOEN, Haider
Der Aufschrei war groß in der Parndorfer Bevölkerung, als im Oktober bekannt wurde, dass das Bundesheer plant, das berühmte „Rote Haus“ im Zuge einer Übung zum Einsturz zu bringen (die BVZ berichtete).

Doch nun sieht es danach aus, als könnte es ein „Happy End“ für den mehr als 100 Jahre alten Getreidespeicher neben der A4 geben.

„Wir hatten gute Gespräche, ich bin optimistisch“

Die BVZ hat aus Parndorfer Gemeinderats-Kreisen erfahren, dass eine Einigung zwischen Bundesheer, in dessen Besitz sich das „Rote Haus“ befindet, und Gemeinde in Sichtweite ist.

Bürgermeister Wolfgang Kovacs (LIPA) schildert im Gespräch mit der BVZ den Stand der Dinge: „Wir haben eine Kaufanfrage an das Bundesheer gestellt. Wir hatten gute Gespräche und ich bin optimistisch, dass die Gemeinde den Grund übernehmen wird.“ Die Entscheidung über den Verkauf liege nun beim Verteidigungsministerium.

Wie die Gemeinde das „Rote Haus“ in Zukunft nützen wird, steht noch nicht fest: „Zuerst muss man danach trachten, dass die Sicherheit gegeben ist und danach kann man sich in aller Ruhe anschauen, welche Projekte man hier entwickeln kann“, so Kovacs.

Für den Bürgermeister ist es aber auch denkbar, dass das „Rote Haus“ als „historisches Symbolgebäude für Parndorf“, ohne sonstige Nutzung, erhalten wird.

Nie als Getreidespeicher in Betrieb gegangen

Die Recherchen von Gemeinderat Franz Reinbacher haben indes weitere Details zur Geschichte des Gebäudes ans Licht gebracht. Demnach ist das Haus vor über hundert Jahren zwar als Getreidespeicher gebaut worden, allerdings nie als solcher verwendet worden.

Im Jahr 1912 wurde das Haus vom Gutshof Königshof an das Militär verkauft und befindet sich bis heute im Besitz des Bundesheeres. Das „Rote Haus“ entwickelte sich später zum beliebten Treffpunkt für die Dorfjugend.