Erstellt am 03. Juli 2013, 00:00

Russische Breitspurbahn bis nach Parndorf?. Sechs-Milliarden-Projekt / Die russische Breitspurbahn soll nach Mitteleuropa verlängert werden, Parndorf ist als Endstation im Gespräch.

Von Katharina Zedlacher-Fink

PARNDORF / Für eine ziemliche Überraschung sorgte ein Medienbericht am vorvergangenem Wochenende. Darin ist von einer Anbindung Österreichs an das russische Breitspurbahnnetz die Rede. Als Endstation soll laut Artikel - auf Initiative von Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ) hin - Parndorf im Gespräch sein.

Gemeinde weiß nichts von Großprojekt 

„Ich war ziemlich überrascht. Denn außer den Informationen aus der Zeitung, weiß ich nichts bezüglich eines derartigen Projektes. Es ist sehr ungewöhnlich und befremdend, dass wir als Gemeinde dazu keine Informationen erhalten haben“, sagt Parndorfs Bürgermeister Wolfgang Kovacs. Er weist aber gleichzeitig darauf hin, dass vor ungefähr 15 Jahren eine von der ÖBB geplante Verladestation nach einer Bürgerbefragung in Parndorf abgelehnt worden war. Der Umweltsprecher der FPÖ, Gerhard Kovasits zeigt sich ebenso verwundert und empört, dass hinter dem Rücken der Bevölkerung vom Landeshauptmann ein derartiges Milliardenprojekt vorangetrieben werde. Er fordert deshalb in einer Aussendung eine Bürgerbefragung in Parndorf und Umgebung.

Auch deshalb, weil im Zeitungsartikel von einer Unterzeichung eines „Memorandum of Understanding“ (siehe Infobox) am 4. Juli zwischen Russland und Österreich die Rede ist.

Peter Zinggl, zuständiger Verkehrskoordinator im Amt der burgenländischen Landesregierung dazu: „Ja, es gibt ein Projekt zur Anbindung an die russische Breitspurbahn. Es wurde dafür eine Gesellschaft zwischen der ÖBB, der slowakischen und russischen Eisenbahn gegründet. Die Gesellschaft hat Voruntersuchungen für eine Machbarkeitsstudie gemacht. Darin ist von drei möglichen Standorten für einen Terminal die Rede. Einer davon wäre in Parndorf oder im Bereich der Parndorfer Platte“, so Zinggl, „Landeshauptmann Hans Niessl ist involviert und tauscht sich mit Wien und Niederösterreich, wo die beiden weiteren Standorte für den Endterminal entstehen könnten, aus.“

Machbarkeitsstudie  hat Vorrang

Aktuell hat aber erst die Machbarkeitsstudie Vorrang, allein dafür werden von russischer Seite 20 Millionen Euro aufgewendet. Darin erst wird der Mehrwert, für die lokale Wirtschaft und eine Kosten-Nutzen-Analyse, absehbar sein.

„Es ist ein sehr langfristiges und milliardenschweres Projekt. Ein Baubeginn ist noch gar nicht absehbar“, so Verkehrskoordinator Peter Zinggl zum aktuellen Stand.