Erstellt am 07. Dezember 2011, 00:00

Schule schließt, Klasse im Pannoneum geplant. LANDWIRTSCHAFTLICHE FACHSCHULE / Laut Rechnungshofbericht wären Investitionen von 6,8 Millionen Euro notwendig.

 |  NOEN

VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Seit Kurzem steht fest: In der bisherigen Form wird es die „Landwirtschaftliche- Fachschule“ in Neusiedl am See nicht mehr geben. Der Prüfbericht des burgenländischen Rechnungshofes und eine unabhängige Schulstudie über die Situation der drei burgenländischen landwirtschaftlichen Fachschulen liegen Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) vor. „Beide Berichte zeigen für unsere landwirtschaftlichen Fachschulen ein klares Bild. Während den Fachschulen in Eisenstadt und Güssing ein positives Zeugnis ausgestellt wird, ist der Fortbestand der Schule in Neusiedl am See nur durch einen Investitionsbedarf von rund 6,8 Millionen Euro gesichert. Aufgrund der allgemein angespannten wirtschaftlichen Situation und der Notwendigkeit der Sparsamkeit muss daher über Alternativen nachgedacht werden“, fasst Liegenfeld die Ergebnisse zusammen.

Derzeit besuchen 70 Schüler  die Schule in Neusiedl

Sofort nach Bekanntwerden der Berichte führte Liegenfeld deshalb mit allen Verantwortlichen wie Landeshauptmann Hans Niessl, Landesschulratspräsident Gerhard Resch sowie der Direktorin der Landwirtschaftlichen Fachschule Friederike Pirringer Gespräche und bemühte sich um eine Lösung des Problems. Pirringer möchte derzeit noch nichts zu dem Thema sagen. Fest steht bereits, dass die derzeit circa 70 Schüler ihre Ausbildung am alten Standort in der Franz-Liszt Gasse beenden können. Zwei Jahre wird die Schule dort noch weiter bestehen. Doch eine erste Klasse wird es mit dem nächsten Schuljahr (2012/2013) in der bisherigen Form nicht mehr geben.

Zweig im Pannoneum als  Alternative geplant

Eine Alternativlösung wurde jedoch bereits gefunden: Durch eine Kooperation mit dem Pannoneum in Neusiedl wird für Schulstarter ab dem nächsten Jahr ein eigener Schulzweig als Fortführung in der Form einer Wirtschaftsfachschule eingerichtet. „Für mich ist es wichtig, dass die derzeitigen Schüler der Landwirtschaftlichen Fachschule die Schule am bestehenden Schulstandort zu Ende führen können und dass es ein adäquates Ausbildungsangebot auch in Zukunft gibt. Dies ist nun auch gelungen. Die derzeitigen Klassen in der Landwirtschaftlichen Fachschule werden zu Ende geführt. Auch für die betroffenen Lehrerinnen konnte eine passende Lösung gefunden werden“, erklärt Landesrat Liegenfeld.

Die genauen Details müssen laut Büro von Landesrat Liegenfeld erst ausverhandelt werden: Denn, wer und wie der Zweig geleitet werden soll, oder was etwa mit den Schülern passiert, die in der Landwirtschaftlichen Fachschule sitzen bleiben, dass ist noch ungewiss.

Auf Bezirks- und Stadtebene wird die Fortführung der Schule begrüßt: „Das breite Spektrum an schulischen Ausbildungsmöglichkeiten in Neusiedl am See ist Teil der hohen Lebensqualität unserer Stadt und des Bezirks. Dass diese gesichert bleibt, hat für uns oberste Priorität. Man muss aber in wirtschaftlich schwierigen Zeiten über Einsparungen und vernünftige Kooperationen nachdenken“, bekräftigen Neusiedls Bürgermeister Kurt Lentsch und ÖVP-Bezirksobmann Rudolf Strommer.