Erstellt am 23. Januar 2013, 00:00

Seewinkel bis Kittsee: Bezirk versank im Schnee. Chaos / Heftiger Schneefall sorgte für Straßensperren, Dauereinsätze von Florianis und Gemeindearbeiter, Neusiedl rief Heer zu Hilfe.

Im Dauereinsatz. Christian Hoffmann, Ortschef Leo Steinwandtner und Franz Weber sorgten für freie Straßen in Jois.privat / Zedlacher-Fink  |  NOEN
Von Bettina Scheidl

BEZIRK / Der Winter hielt in der Vorwoche im gesamten Neusiedler Bezirk Einzug - und sorgte dabei sogleich für jede Menge Schnee- und Verkehrschaos.

Heftiger Schneefall seit Mittwochnacht versetzte am Donnerstag den gesamten Bezirk in Ausnahmezustand: Schneeverwehungen sorgten für Verkehrschaos sowie gesperrte Bundes- und Landesstraßen quer durch den Bezirk, so wurde etwa Edelstal am Freitag von der Außenwelt abgeschnitten. Schneestürme suchten auch den Seewinkel heim und sorgten zeitweise für weitere Straßensperren - so etwa war Apetlon am Freitag nur über Illmitz erreichbar, auch die Verbindungsstraße nach Frauenkirchen blieb gesperrt.

Parndorf: Reisebus steckte im Schnee fest 

Auch vor Autobahnen machte der massive Schneefall nicht halt: Die A4- Anschlussstelle bei Weiden am See und Gols war am Freitag nicht befahrbar. Auch die Verbindungsstrecke zwischen Neusiedl am See und Parndorf im Bereich des Outlet Centers wurde zeitweise entweder einspurig geführt oder gesperrt. (Details zu den Straßensperren: siehe BVZ Ausgabe.) Hier musste die Feuerwehr Parndorf zu zahlreichen Einsätzen ausrückten: Ein Reisebus war am Samstag im Schnee stecken geblieben, mehrere Autos waren aufgrund der Schneefahrbahn von der Straße abgekommen.

„Größte Einsatzreihe für Feuerwehr seit Langem“ 

22 Feuerwehren waren zwischen Mittwoch und Freitag stundenlang im Einsatz, wie Bernd Kremsz vom Bezirksfeuerwehrkommando erklärt: „Die zahlreichen Einsätze in diesen Tagen vom Seewinkel bis hinauf nach Kittsee und in solch einer Masse war mit Sicherheit die größte Einsatzreihe, die wir seit Langem hatten.“

Gemeinde- und Straßenarbeiter waren rund um die Uhr im Einsatz, um die vereisten Straßen von den Schneemassen zu befreien - in Neusiedl am See erhielt man sogar Unterstützung vom Militärkommando Burgenland: Drei Soldaten und ein Radlader unterstützten die Gemeindemitarbeiter beim Schneeschaufeln, die zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Tage im Dauereinsatz waren. Am Donnerstag sorgte auch die Diskussion um einen schulfreien Freitag für kurzzeitige Verwirrung - aufgrund des anhaltenden Schneefalls wurde befürchtet, dass es Probleme bei den Schülerbuslinien geben könnte. Über einen schulfreien Tag durften sich die Schüler nicht freuen, Verspätungen waren aber an der Tagesordnung, wie etwa Emilie Toppel, Schulleiterin der Handelsakademie Frauenkirchen gegenüber der BVZ erklärt: „Am Freitag kamen einige Busse verspätet und viele Schüler haben gefehlt, da es ihnen einfach nicht möglich war, zu kommen. Seitens des Landesschulrats wurde aber erklärt, dass Schüler entschuldigt sind, wenn etwa der Schulbus nicht kommt.“

Grund zur Freude hingegen hatten die Schüler der Tabor-Volksschule Neusiedl am See und der Volksschule Podersdorf am See: Hier wurde der Turnunterricht kurzerhand nach draußen verlegt, wo sich die Kinder beim Rodeln an der weißen Pracht erfreuen konnten. Ihnen machten es ab Samstag viele gleich: Als sich die Wetterlage entspannte, lockte der Schnee doch noch die Einwohner des Bezirks für vor die Türe.