Erstellt am 29. Juli 2015, 09:19

von Birgit Böhm-Ritter

Bauern leiden unter Hitze. Die hohen Temperaturen und die Trockenheit der vergangenen Tage haben der Natur zugesetzt. Massive Ernteeinbußen und Qualitätsverluste werden befürchtet.

Landwirt Michael Michlits aus Wallern im Burgenland wartet auf ausgiebigen Regen. Beim Kukuruz befürchtet er Ertragseinbußen von 50 Prozent.  |  NOEN, Kandlbauer

Es ist 4 Uhr 30. Michael Michlits, Landwirt aus Wallern beginnt seinen Arbeitstag. Er kontrolliert die Bewässerungsanlagen auf seinen Feldern. Momentan das wichtigste Equipment für die Bauern. Die brütende Hitze der vergangenen Wochen macht den Landwirten zu schaffen. Temperaturen jenseits der 30 Grad, Südwind und ausbleibender Niederschlag lässt für die Kulturen, die noch nicht geerntet wurden, nichts Gutes erwarten.

Michlits spricht etwa von Ertrageinbußen bei Mais von bis zu 50 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Jahr, bei der Zuckerrübe von einem Minus von etwa 20 Prozent. Flächendeckender Regen, den die Bauern dringend brauchen, ist nicht in Sicht. Die Landwirte fürchten nicht nur um ihre Erträge auch der finanzielle Mehraufwand durch die Bewässerung, zehrt an den Nerven: „Die Großflächenbewässerungsanlagen werden mit Dieselaggregaten betrieben. Diesel für eine Nacht bewässern kostet zwischen 120 und 180 Euro pro Anlage. Da kommt eine immense Summe zusammen, wenn man bedenkt, dass wir seit Wochen täglich bewässern müssen“, erklärt Michlíts.

Auch Qualität leidet durch Hitze

Landwirtschaftskammer-Präsident Franz Stefan Hautzinger kennt die Sorgen der Bauern im Bezirk. Für alle Kulturen, die noch stehen, werde es kritisch: „Vom Mais, bis hin zur Rübe, Sojabohne, der Sonneblume oder dem Wein.“ Nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität leide bei der Hitze. Die Pflanzen würden bei 30 Grad ihr Wachstum einstellen.

Mit einem blauen Auge davon gekommen ist das Getreide, das bis Mitte Juli gedroschen wurde. Die Erntemenge entspricht, laut Hautzinger, einem durchschnittlichen Jahr. Allerdings gäbe es mehr Mahlweizen, der Anteil an Premiumweizen sei geringer.