Erstellt am 08. Oktober 2014, 09:34

von Birgit Böhm-Ritter und Nicole Thüringer

Einser-Kanal wird saniert. Weil der Entwässerungskanal undicht ist, sollen nun bauliche Maßnahmen gesetzt werden. Das Burgenland würde für die Sanierung circa zwei Millionen Euro beisteuern.

Einser Kanal. Da der Einser-Kanal undicht ist, soll dieser nun saniert werden. Zwei Millionen Euro will das Burgenland zu der Sanierung beisteuern.  |  NOEN, Schnennet

Die Bauern der Gemeinden Wallern, Pamhagen, Andau und Tadten klagen immer wieder über Hochwasser auf landwirtschaftlichen Flächen. Grund: ein undichter Damm des Einser-Kanals auf österreichischer Seite, der immer wieder zu Überschwemmungen führt. Deshalb soll der Einser-Kanal nun saniert werden.

Liegenfeld traf sich mit betroffenen Bauern 

Vergangenen Freitag traf sich Agrar-Landesrat Andreas Liegenfeld (ÖVP) mit betroffenen Landwirten, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Vor allem in niederschlagsreichen Jahren wie dem heurigen, kommt es immer wieder zu Überschwemmungen. „Der Einserkanal ist teilweise bis zu einem Meter höher als die Ackerbauflächen in der Umgebung. Bei einem hohen Pegelstand drückt es das Grundwasser auf die Felder“, erklärt Stefan Kast vom Büro Liegenfeld die Problematik. Bauliche Maßnahmen sollen nun getroffen und außerdem Pumpwerke auf den neuesten Stand gebracht werden. Der Lokalaugenschein markierte den Startschuss für ein zukünftiges Projekt, welches nun mit Ungarn ausverhandelt werden muss.

Der 30 Kilometer lange Einserkanal liegt gänzlich auf ungarischer Seite. Trotzdem möchte das Burgenland bis zu zwei Millionen Euro zur Sanierung beisteuern.

„Zwei Millionen Euro für ein Förderprojekt“ 

„Die wir über ein gemeinschaftliches Förderprojekt im Zuge der europäischen Förderrichtlinien bekommen könnten“, so Agrarlandesrat Liegenfeld.

Gespräche mit den zuständigen Behörden würden nun aufgenommen werden. Es sind vor allem die Landwirte, die unter dem Hochwasser leiden, denn die Überschwemmungen haben einen enormen Schaden angerichtet: Unter anderem sind Zuckerrüben, Mais, Sonnenblumen und Kartoffeln beschädigt worden.

Landwirt Reinhold Michlits, Obmann des Wallerner Jagdausschusses und der Brunnengenossenschaft, sagt dazu: „Derzeit herrscht entlang des Hansag und Einserkanal wieder die Gefahr, dass der Kanal Wasser durchlässt. Jede Maßnahme, die den Landwirten bezüglich Hochwasserschutz Hilfe gewährleistet ist natürlich positiv.“ Auch die derzeitige Kartoffelernte sei eher schwierig. „Nun gilt es den Schaden zu begrenzen,“ sagt Michlits weiters. Zudem fordere er, dass zumindest ein ortsansässiger Landwirt in die österreichisch-ungarische Gewässerkommission gewählt werde, um Mitspracherecht zu haben.

„Unsere Weingärten standen unter Wasser“ 

Die Gemeinde Pamhagen blieb von dem Hochwasser ebenfalls nicht verschont: „Heuer hat es uns auch erwischt. Sowohl unsere Weingärten als auch unser Keller stand unter Wasser“, erzählt Winzer Michael Andert.