Erstellt am 23. Dezember 2013, 07:45

„Sie war auf Geld aus“. NICKELSDORF | 78-jähriger Nickelsdorfer soll Opfer eines Giftmordes gewesen sein. Unter Verdacht steht seine damalige slowakische Freundin.

Opfer. Josef S. soll mit Rohypnol vergiftet worden sein.  |  NOEN, Foto: privat
von Christoph Weisz

Als Josef S. am 15. Mai 2006 starb, stellten die Ärzte im Krankenhaus Kittsee als Todesursache eine Gehirnblutung fest. Jetzt haben Polizei und Staatsanwaltschaft Hinweise erhalten, die andeuten, dass der 78-Jährige vergiftet worden sein könnte. Vergangenen Dienstag wurde sein Leichnam exhumiert, um Proben für weitere Erhebungen zu erhalten.

„Nach dem Urlaub war er komplett anders“

Der Verdacht fällt auf Alzbeta C., eine Slowakin, die die Freundin von Josef S. bis zu seinem Tode war. Die Ermittlungen werden von der Mordkommission Wien durchgeführt. Ein Bekannter, der unter Verdacht stehenden Frau, erstattete die Anzeige. Aus der Anzeige geht hervor, dass Josef S. bei einem Slowakei-Urlaub mit seiner damaligen Freundin mit Rohypnol vergiftet worden sein soll. Auch die Tochter von Josef S., Michaela B. hatte ihre Probleme mit der Slowakin. „Sie war nicht seine Pflegerin, wie es in anderen Zeitungen dargestellt wird und hat auch kein Pflegegeld abkassiert. Sie war seine Freundin, allerdings sehr auf sein Geld bedacht,“ erzählt Tochter Michaela, „Sie kam immer mit einem weißen Koffer, da waren verschiedene Medikamente drinnen. Er war eigentlich gesund.

x  |  NOEN, Foto: privat
Doch unser gutes Zureden half nichts. Er verteidigte seine Freundin immer vor unseren Anschuldigungen. Als er aber aus dem Slowakei-Urlaub zurückkam, war er komplett anders und seine Gesundheit verschlechterte sich schnell.“ Schon vor seinem Tod hat die Familie von Josef S. Anzeige gegen die Slowakin wegen der Medikamente erstattet.

Die Beamten der Mordkommission geben derzeit wenig Auskunft über die Ermittlungen. „Die Todesursache ist noch nicht völlig klar, es werden derzeit Proben entnommen und man muss auf die Auswertungen warten,“ heißt es bei der Landespolizeidirektion Wien. Mit ersten Ergebnissen wird Ende Jänner gerechnet.

Weitere Opfer von der Polizei nicht bestätigt

Von weiteren Fällen, wie sie in anderen Zeitungen in Zusammenhang gebracht werden, distanziert man sich bei Polizei und Staatsanwaltschaft. Es werde nur in diesem Fall ermittelt, heißt es dort. Andere Fälle können nicht bestätigt werden, so Verena Strnad von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt.
Die unter Verdacht stehende Alzbeta C. befindet sich derzeit nicht in U-Haft, da keine dringender Tatverdacht vorliegt, und die Beweise nicht aussagekräftig genug seien, so Strnad weiter.