Erstellt am 23. Juli 2014, 11:51

von Christoph Weisz

Skelett am Dachboden: Mann galt als vermisst. Tragisch / Menschlicher Leichnam lag seit 13 Jahren unentdeckt auf einem Dachboden in Parndorf. Die Polizei vermutet Selbstmord.

Fundort. Das Skelett des 50-jährigen Hausbesitzers lag an einer schwer zugänglichen Stelle am Dachboden. Neben den menschlichen Überresten fand die Polizei eine Waffe mit der sich der Mann selbst das Leben genommen haben soll.  |  NOEN, Weisz

Eine schreckliche Entdeckung machte ein Hausbesitzer bei Umbauarbeiten in seinem neu erworbenen Haus in Parndorf. Auf dem Dachboden fand er ein Skelett eines Mannes. Nach ersten Ermittlungen der Polizei wird angenommen, dass es die menschlichen Überreste des ehemaligen Hausbesitzers sind, der bereits seit 2002 als vermisst galt. Neben dem Skelett fanden die Beamten eine Waffe. Deshalb wird vermutet, dass der Mann Suizid begangen hat.

Nach seinem Verschwinden 2002 wurde eine Vermisstenanzeige erstattet. „Es gab viele Gerüchte und Spuren,“ erinnert sich Bürgermeister Wolfgang Kovacs, „aber leider führten sie zu keinem Ergebnis.

Suche via TV war erfolglos

Das Haus wurde zwar durchsucht, doch auf dem Dachboden, nachzuschauen, auf diese Idee kam man laut Kovacs vor 13 Jahren nicht. Auf einem Kalender des Verstorbenen fand sich ein Eintrag mit „Graz“, weshalb die Suche auch in die Steiermark ausgedehnt wurde.

Auch per TV wurde nach dem vermissten Parndorfer gesucht: In der Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ und in der Sendung „Spurlos“ von Peter Resetarits wurde über das Verschwinden des 50-Jährigen berichtet. Jedoch ohne Erfolg.

Vor seinem Ableben arbeitete er als Schulwart in Wien. Er wurde jedoch vor seinem Tod entlassen, heißt es bei der Polizei weiter. Eine bereits eingeleitete Obduktion soll weitere Erkenntnisse zur Todesursache liefern.

"War gut in Gemeinschaft integriert"

Bürgermeister Wolfgang Kovacs erinnert sich: „Ich habe den Verstorbenen gut gekannt. Nach dem Tod seiner Mutter lebte er alleine in dem Haus. Er war ein netter umgänglicher Mann. Man traf ihn beim „Wirten“ und er war gut in die Gemeinschaft integriert.“

Gilt eine Person mehr als zehn Jahre als vermisst, kann sie für tot erklärt werden.

Nach zehn Jahren können die Hinterbliebenen einen solcnen Antrag stellen, bestätigt Bernhard Kolonovits, vom Landesgericht Eisenstadt: „Erst danach können die Erben über den Besitz des Vermissten verfügen.“ Die Erben des vermissten Parndorfers verkauften das Haus an seinen jetzigen Besitzer.