Erstellt am 31. Juli 2013, 00:00

So viele Gäste wie noch nie. Rekordzahlen / Die Frei- und Strandbäder im Bezirk Neusiedl am See verzeichnen dieser Tage Besucherrekorde und hoffen damit die Flaute vom Mai und Juni auszugleichen.

Heißes Wasser. Auch der Neusiedler See bietet dieser Tage wenig Abkühlung. Foto: Bettina Scheidl  |  NOEN, Bettina Scheidl

BEZIRK NEUSIEDL AM SEE /  Um 33,5 Prozent mehr Badegäste im Vergleich zum Juli 2012 verzeichnet das Strandbad in Neusiedl am See. „24.022 Besucher waren es bisher im Juli. Wir könnten unseren Besucherrekord von August 2009 mit 24.208 Besuchern noch brechen“, sagt Hermann Keglovits von den Freizeitbetrieben Neusiedl am See. Und auch im Strandbad in Podersdorf am See ist so viel los, wie schon lange nicht mehr.

Andau war am Sonntag Burgenlands Hitzepol

„Am Sonntag war extrem viel los. Es waren 12.000 bis 13.000 Badegäste im Strandbad. Das ist Rekord seit dem Umbau im Jahr 1996“, freut sich Walter Gisch, Geschäftsführer der Podersdorf Tourismus und Freizeit Betriebsgesellschaft.

Und auch im Illmitzer Strandbad ist so viel los wie noch nie. Bürgermeister Alois Wegleitner, der als Gemeindebediensteter für das Strandbad zuständig ist, dazu: „Am Samstag haben wir einen neuen Rekord erreicht. Es waren mehr als 1.500 Badegäste bei uns im Bad.“ Im heißesten Ort des Burgenlands, in Andau (am Sonntag wurden 37,9 Grad gemessen), flüchteten mehr Gäste als sonst in das kühle Nass. 1.950 zahlende Gäste waren es am Samstag. „Ob es ein neuer Rekord ist, kann ich nicht sagen. Aber es sind auf jeden Fall viel mehr Leute als in den vergangenen Jahren“, sagt Rene Tauber, Tourismusobmann in der heißen Grenzgemeinde.

Während sich die Freizeitbetriebe über die große Hitze freuen (durch den warmen Juli hoffen viele die schlechten Tage im Mai und um Juni auszugleichen), leiden die heimischen Landwirte unter den warmen Temperaturen und dem ausbleibenden Regen. „Es können zwar alle Flächen künstlich beregnet werden und damit kommt es zu keinen Ernteausfällen. Für die Bauern bedeutet das aber natürlich, dass sie mehr investieren müssen, um ihre Ernte sicherzustellen“, erklärt Josef Peck, der Geschäftsführer des Seewinkler Sonnengemüses, die Herausforderung der Landwirte während der aktuellen Hitze.

Aber nicht nur auf den Feldern steigt der Wasserverbrauch, auch in normalen Haushalten wird während der Hitze mehr geduscht, gegossen und getrunken. Am Dienstag der Vorwoche wurde ein neuer Rekordverbrauch verzeichnet, sagt Gerhard Zapfl, Obmann des Wasserleitungsverbands Nördliches Burgenland. „Wir haben am Dienstag mit circa 78.000 Kubikmetern den höchsten Verbrauch dieses Jahres gehabt. Der Durchschnittsverbrauch liegt bei ungefähr 50.000 Kubikmetern, im Winter etwas weniger“, so Zapfl weiter. Knapp wird das kühle Nass jedenfalls nicht, versichert Obmann Zapfl — auch wenn die Hitze noch lange andauert. Die Wasserspeicher seien randvoll gefüllt.

Elf Mal musste das Rote Kreuz vergangenes Wochenende im Bezirk Neusiedl ausrücken, um Hitzeopfer zu versorgen und ins Krankenhaus zu bringen.

„Besonders Personen, die schon Probleme mit dem Kreislauf haben und diejenigen, die zu wenig trinken, kommen mit der Hitze schwer zurecht“, erklärt Alexander Heller, dienstführender Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes in Neusiedl am See.

Hitze fordert auch  die Pannendienste

Aber nicht nur Menschen, Tiere und Pflanzen haben ein Problem mit der Hitze, auch Maschinen sind betroffen.

So verzeichnete etwa der ÖAMTC von Freitag bis Sonntag burgenlandweit 350 Einsätze – das sind rund doppelt so viele wie an „normalen“ Sommerwochenenden. Laut ARBÖ seien die häufigsten Probleme „heiß gelaufene Motoren, Startschwierigkeiten und Reifenplatzer“.

Für Mitte der Woche ist eine leichte Abkühlung („nur“ 30 Grad) prognostiziert, am Wochenende sind aber wieder 35 Grad und mehr vorausgesagt un die Badbetreiber dürfen sich über ein weiteres rekordverdächtiges Wochenende freuen.