Erstellt am 25. Mai 2016, 09:37

von Pia Reiter

"Sofort wieder nach Idomeni fahren". Der Neusiedler Maximilian Völk war als Sanitäter mit dem Roten Kreuz im Flüchtlingslager in Griechenland.

Auslandseinsatz. Maximilian Völk ist seit Kurzem zurück aus Idomeni, wo er Flüchtlinge betreute.  |  NOEN, BVZ

Zwei Wochen lang war der 22-Jährige vor Ort im Lager von Idomeni, an der griechischen Grenze zu Mazedonien, wo zwischen 8. 000 und 10.000 Menschen gestrandet sind und darauf warten, dass die Grenze trotz anderslautender Ankündigung der griechischen Regierung wieder geöffnet wird.

Im Team mit vier weiteren Österreichern versorgte er die Flüchtlinge im Camp im Schichtbetrieb. Im Gespräch mit der BVZ schildert er seine Eindrücke: „Es ist alles relativ gut organisiert, das Gelände wird sauber gehalten und die Menschen bekommen dreimal am Tag zu Essen, können duschen und es gibt WC-Anlagen vor Ort. Das war überraschend. Nur schlafen müssen sie großteils in kleinen Zelten. Momentan wird versucht, Flüchtlinge in staatliche Camps zu bringen und offiziell zu registrieren“, sagt Völk.

"Ich wollte das unbedingt machen, habe eine
Sekunde überlegt und dann sofort zugesagt“

Obwohl die Stimmung im Camp ruhig ist, ist laut dem ausgebildeten Notfallsanitäter, in Situationen wie bei der Essensausgabe die angespannte Stimmung durch das ewige Warten spürbar. „Die Polizei tritt professionell und defensiv auf, ist aber sehr präsent. Das hat sich eingespielt“, meint er.

Die häufigsten Krankheitsbilder seien eigentlich Atemwegserkrankungen und grippale Infekte gewesen. Völk absolviert gerade ein Sanitäts- und Rettungsdienststudium und hat das Rote Kreuz schon in Nickelsdorf unterstützt. „Das war emotional und psychisch belastender. Ich wollte das unbedingt machen, habe eine Sekunde überlegt und dann sofort zugesagt, ich würde sofort wieder fahren“, betont der Neusiedler.