St. Andrä am Zicksee

Erstellt am 21. April 2017, 05:00

Ein Stück Heimat für Mönche. Fünf griechisch-orthodoxe Mönche und ein Novize leben in St. Andrä am Zicksee: Abt Paisios über das geplante Kloster.

Hergerichtet. Abt Paisios vor dem Haus in St. Andrä, das für die Mönche gekauft und von diesen in mühevoller Arbeit renoviert wird.  |  Pia Reiter

Seit fast einem Jahr wohnen die Mönche nun schon in der Seewinkelgemeinde. Sie haben dort ein Haus gekauft und seitdem wird renoviert und umgebaut. Die derzeit fünf Mönche und einem Novizen leben so, wie es die Regeln der griechisch-orthodoxen Kirche vorschreiben:

Organisierter Tagesablauf

„Wir stehen um drei Uhr früh auf, beten dann eine Stunde auf dem Zimmer und von vier bis halb acht Uhr findet der Gottesdienst in der Kapelle statt. Danach wird gearbeitet“, erklärt Abt Paisios den Tagesablauf.

Gegen halb zwei gibt es Essen, wobei die Mönche auf Fleisch verzichten, dann wird wieder am Haus oder im Garten gearbeitet, um 17 Uhr startet das Abendgebet und um 19 Uhr folgt das Nachtgebet. „Ab dann ist das Kloster für Besucher geschlossen“, sagt Abt Paisios, der aber betont, dass die Türen für Gäste offen stehen: „Jeder kann kommen und mit uns reden.“

Mit den Bewohnern des Ortes habe man bis jetzt noch keine negativen Erfahrungen gemacht: „Deshalb waren wir auch geschockt, dass es jetzt nach der Bürgerbefragung noch eine Volksabstimmung geben wird“, so der Abt.

Angepasst. Die Pläne des Klosters wurden nach den Wünschen der St. Andräer Bevölkerung geändert: Ein geringer Teil des acht Hektar großen Grundstücks wird verbaut, das Gebäude hat eine Grundfläche von 60 mal 60 Meter, das Gästehaus mit circa 25 Zimmern für Pilger soll 60 mal 10 Meter groß werden, die Werkstatt ist 50 mal 10 Meter groß geplant. Außerdem soll eine öffentlich zugängliche Parkanlage entstehen.   |  Pia Reiter

Ungewiss ist nun die Zukunft des geplanten Klosters, die endgültige Entscheidung obliegt dem Patriarchen, erklärt Abt Paisios: „Wir fragen uns, ob der Kampf gegen das Kloster auch irgendwann aufhört, das geht schon drei Jahre so und es bereitet uns Bauchschmerzen, dass wir auch, wenn die Volksabstimmung für uns positiv ausfällt, nicht wissen, ob den Gegner nicht noch etwas einfällt.“

"Wir fühlen uns zuhause, das kann auch keine Volksabstimmung verhindern“

Für die griechisch-orthodoxe Kirche ist das geplante Kloster ein bedeutendes Projekt: „Unser Patriarch hat das Kloster gestiftet, das erste seiner Art in ganz Österreich und Papst Franziskus hat es gesegnet.“

Für die Mönche ist St. Andrä ein Stück Heimat geworden, die Pläne des Klosters wurden zweimal geändert, um auf die Bedenken der Anrainer einzugehen: „Wir wollen eine gute Nachbarschaft haben, werden im Ort immer präsent sein und gehören zum Dorf. Wir fühlen uns zuhause, das kann auch keine Volksabstimmung verhindern“, zeigt sich Abt Paisios überzeugt.