Erstellt am 31. Juli 2013, 11:44

Stadt: Veranstaltungen für Jugend fehlen. Platz-Problem | Trotz Stadtfest: Junge hätten gern mehr Events, Veranstalter sind mit strengen Auflagen und hohen Kosten konfrontiert.

Auch Obmann Markus Janovsky des Vereins »Panic Room« (rechts) bemüht sich mit seinem Team, für die Jugend Events auf die Beine zu stellen, sie wollen das »Holi-Festival«, wo es Farben »vom Himmel regnet« in den Bezirk holen. Fotos: privat/ Reiter  |  NOEN, privat/ Reiter
NEUSIEDL AM SEE |  Nicht abschrecken lassen und hartnäckig bleiben, so beschreiben die Veranstalter von „Plan B Events“ ihr Rezept. Deshalb auch ihre zufriedene Bilanz: „Die Sunrise-Party am 20. Juli war ein Erfolg, es gab keine Zwischenfälle .“ Nachdem es in der Neusiedler Veranstaltungshalle wegen der Beschwerden der Anrainer in Bezug auf Lärmbelästigung nicht mehr möglich war, Events für Jugendliche zu veranstalten, kam man auf die Idee, ein Zelt abseits eines Wohngebiets aufzustellen.

„Immer wenn ein Zirkus in die Stadt kommt, gastiert er hinter dem AGM, also haben wir angefragt, ob man den Platz pachten kann. Wir könnten uns vorstellen, wieder ein Event dort zu machen“, so die Veranstalter. Was bei den Jugendlichen laut den Organisatoren aber weniger gut angekommen ist, war die Auflage, ab zwei Uhr früh die Musik aus zu machen.

An dem wird sich auch so schnell nichts ändern, obwohl zwei Messungen vor Ort laut Rathaus unter dem kritischen Bereich lagen. Es wird aber berfürchet, dass es bei einer Verlängerung wieder vermehrt zu Beschwerden wegen Lärmbelästigung kommt. Trotzdem liegen Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP) bereits mehrere Anfragen vor, dort auf dem Gelände weitere Veranstaltungen durchführen zu dürfen.

„Neusiedl am See bräuchte ein eigenes Jugend- beziehungsweise Veranstaltungszentrum analog dem Eisenstädter E-Cube“, sagt Markus Janovsky, Obmann des Vereins „Panic Room“. Laut Janovsky ist nicht jedes Gelände, so auch der Neusiedler Grillplatz, für Abend-Musikevents geeignet: „Alles, was mehr als 300 Leute ausmacht, bringt man nirgends mehr unter.“

Hohe Vorkosten für Party-Veranstalter

Die „Sunrise Party“ sei ein Schritt aber nicht ausreichend, meint der Neusiedler, den solche Veranstaltungen „auf der grünen Wiese“ seien nur möglich, wenn ein großer finanzieller Hintergrund vorhanden sei: „15.000 Euro Vorleistung für ein Event in dieser Größe ist keine Seltenheit“, betont Janovsky. Das bestätigen auch die „Sunrise-Party“-Veranstalter: „Wir hatten mehr Ausgaben, als wenn man eine Halle mietet, und mussten für WC-Anlagen, Strom und Wasser sorgen.“

Auch die Ansprüche an die Veranstalter steigen: Für die Bezirkshauptmannschaft muss ein fertiges Konzept vorliegen. Um Besucher anzulocken, müssen sich die Organisatoren etwas einfallen lassen, zum Beispiel „Motto-Partys“ oder Verkleidungen und Dekoration zu einem bestimmten Thema. „Früher hat es gereicht einen Keller aufzusperren, Boxen aufzustellen - und fertig, heute ist das ganz anders“, sagt Janovsky. Dennoch bemühe sich „Panic Room“ verstärkt in der Stadt etwas auf die Beine zu stellen und sucht die Kooperation mit anderen Veranstaltern. Pläne für ein Event gibt es bereits: Das „Holi“-Festival - bekannt als das Fest der Liebe und Farben soll m 31. August als Open Air-Tagesveranstaltung über die Bühne gehen.