Erstellt am 24. November 2010, 00:00

Stadtarchiv zieht ins Weinwerk. ORTSWECHSEL / Das Stadtarchiv siedelte von der Musikschule ins älteste Gebäude der Stadt, die Stadtkapelle probt nun im ehemaligen Quartier.

Die neue Unterkunft. Nun ist das Neusiedler Stadtarchiv im ältesten Gebäude der Stadt zu Hause - dem Weinwerk.PIA REITER  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Es war ein Tausch, der beide Seiten glücklich machte: Die Stadtkapelle wechselte vom viel zu kleinen Proberaum im Weinwerk in die Musikschule, das Stadtarchiv von eben dieser in den ehemaligen Proberaum der Stadtkapelle. Mithilfe der Gemeindearbeiter bewältigten Marianne Wilhelm, Franz Filla und Karl Schäfer vom Verein zur Erforschung der Stadtgeschichte den Umzug des Stadtarchivs in drei Wochen. Der Verein wurde am 17. März 1995 gegründet. Gründungsmitglieder waren Sepp Gmasz, Marianne Wilhelm, Jakob Perschy und Franz Stranz. „Neusiedl am See ist neben Eisenstadt und Rust in Besitz der wichtigsten Archivarien des Burgenlands. Diese wertvollen Schätze sollen gesichtet und aufgearbeitet werden, denn sie können uns Aufschluss über die Vergangenheit unserer Stadt geben“, erklärt Marianne Wilhelm die Beweggründe des Engagements im Verein.

Für Historiker unbezahlbare Schätze wie Originalurkunden aus dem Jahr 1648 (Gestattung zur Abhaltung eines Marktes in Neusiedl am See), Siegel oder Bücher aus dem 16. Jahrhundert finden sich im Stadtarchiv.

Für das neue Quartier wurden nun zwei Kästen angeschafft, in denen Fotos und alte Landkarten fachmännisch aufbewahrt werden können. 3.900 Euro wurden dafür investiert. „Sepp Gmasz ist ein emsiger Sparer und Subventionsforderer“, betont Wilhelm. Der Verein gestaltet Ausstellungen oder gibt Bücher heraus, wie die Neusiedler Jahrbücher oder die Jubiläums-Chronik „800 Jahre Neusiedl am See“ im vergangenen Jahr. Das Stadtarchiv ist jeden Samstag von zehn bis zwölf Uhr geöffnet.