Erstellt am 24. August 2011, 00:00

Stadtgemeinde sagt Ragweed den Kampf an. ALLERGIE-AUSLÖSER /  Die Pflanze verbreitet sich so rasch, dass die Stadtgemeinde jetzt sogar Bürger um Mithilfe bittet.

Hauptblütezeit ist Mitte August bis September, der Höhepunkt der Saison tritt meist Ende August/Anfang September auf. Damit hat Ragweed eine relativ lange Beschwerdezeit (Mitte August bis Oktober).  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Das aus Nord-Amerika stammende einjährige „Beifußblättrige Traubenkraut“ (Ambrosia artemisiifolia) besser bekannt unter dem Namen „Ragweed“, produziert zur Blütezeit im Spätsommer/Herbst große Mengen an Pollen, die zu den stärksten derzeit bekannten Allergieauslösern zählen. Das weiß auch Bürgermeister Kurt Lentsch (ÖVP), der selbst davon betroffen ist: „Ragweed verursacht Heuschnupfen, Bindehautentzündungen und überdurchschnittlich häufig auch Asthma. Aber auch auf der Haut kann es bei ungeschützter Handhabung unangenehme Ausschläge hervorrufen.“ Deshalb sollte man die Pflanze auch immer mit der Wurze aber nie ohne Handschuhe ausreißen. Die Bauhof-Mitarbeiter versuchen die Pflanze, an öffentlichen Plätzen wie Weg- oder Straßenrändern, einzudämmen.

Auch werden betroffene Grundstücksbesitzer per Brief informiert und die Bauhof-Mitarbeiter informieren die Neusiedler Bevölkerung, wenn ihnen in einem Garten die Pflanze auffällt.

„Es ist wichtig, ein Bewusstsein zu schaffen, denn die Pflanze ist wirklich gefährlich. Mähen allein hilft nicht, im Gegenteil, dann werden in der Blütezeit die Samen erst recht verteilt“, informiert Lentsch.

Hauptblütezeit ist Mitte August bis September, der Höhepunkt der Saison tritt meist Ende August/Anfang September auf. Allergien auf Ragweed-Pollen nehmen stark zu. In den letzten zehn Jahren haben sich die Zahlen verdoppelt, Tendenz steigend.

Neben dem Gesundheitssektor bereitet die Art auch Probleme als Unkraut in der Landwirtschaft und im Naturschutz. Denn auch in Äckern, wo zum Beispiel Sonnenblumen angepflanzt werden, nistet sich das Kraut ein (siehe Foto).

Das Unkraut ist extrem anpassungsfähig und wächst an Straßen- oder Wegrändern genauso wie auf Schutthalden oder Komposthaufen. In die Gärten gelangt es meist durch Vogelfutter oder die Häuslbauer bekommen es laut Bauhof-Mitarbeiter gleich mit der neuen Erde für den Garten mitgeliefert.