Erstellt am 30. April 2014, 12:14

von Nicole Thüringer

Start für Gedenkstätte. Frauenkirchen / Reste der ehemaligen Synagoge ausgegraben. Noch heuer soll Gedenkstätte an jüdische Bevölkerung geschaffen werden.

Grabungen. Martin Promintzer, Josef Ziniel, Dvora Barzilai, Herbert Brettl und Raimund Fastenbauer bei der Begehung. Foto: Thüringer  |  NOEN, Thüringer

Das Judentum ist ein Bestandteil der burgenländischen Geschichte und Identität. Nun soll ein symbolischer Grundstein zur Erinnerung an die ehemalige jüdische Bevölkerung in Frauenkirchen mit einer Gedenkstätte am Tempelplatz gesetzt werden.

„Archäologisch sehr erhaltenswert“

Denn im ehemaligen jüdischen Viertel wurde damals eine Synagoge errichtet. Bereits im Herbst 2013 fanden erste Fundamentarbeiten statt, dabei stieß man auf Mauerreste. Der Verein „Initiative Erinnern Frauenkirchen“ entschloss sich für eine Grabung und trägt auch die Kosten. Das Team von „PannArch“ konnte Reste der ehemaligen Synagoge finden. Die älteste Bauphase reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück.

Seit Anfang April laufen die Arbeiten auf Hochtouren und sollen noch diese Woche abgeschlossen werden. Reste der Synagoge sollen nun in die geplante Gedenkstätte, mit welcher noch heuer im Sommer begonnen werden soll, mit einfließen. „Garten der Erinnerung“ wird die Stätte heißen.

„In den Mauern Geschichte schreiben“

Die Gedenkstätte wird die Form eines Gartenhofes annehmen und den Ort und Raum des zerstörten Tempels widerspiegeln. Nach dem Konzept von Architekt Martin Promintzer und der jüdischen Künstlerin Dvora Barzilai soll der „Garten der Erinnerung“ informieren, gedenken und erinnern. Kosten für das Projekt werden auf rund 200.000 Euro geschätzt.

Historiker Herbert Brettl, Obmann vom Verein „Initiative Erinnern Frauenkirchen“ sagt: “Es geht darum, ein würdiges Gedenken für ehemalige jüdische Frauenkirchner zu schaffen.“ Auch Archäologe Kurt Fiebig betont die Erhaltungswürdigkeit.