Erstellt am 30. März 2011, 00:00

Start in frische Saison. JUNGES GEMÜSE / Nun kommt wieder heimisches Gemüse auf den Küchentisch: Paprika und Radieschen machen den Anfang.

Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner und Josef Peck, Sonnengemüse-Geschäftsführer, verkosten die erste heimische Ernte selbst. Ab sofort ist Gemüse aus dem Seewinkel wieder in den Supermärkten zu finden.  |  NOEN
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WALLERN / Frisches Gemüse aus dem Seewinkel ist ab sofort wieder in den Supermärkten zu bekommen. Grüne und gelbe Paprika sowie Radieschen gehören zu den ersten Sorten, die in den Regalen zu finden sind. „Früher als sonst gehen wir heuer mit den bunten Paprikafrüchten an den Start“, sagt Josef Peck, Geschäftsführer der Sonnengemüse Vertriebsgesellschaft (SGV) in Wallern. In den nächsten Tagen werde der orange und rote Paprika folgen.

Geschmack zugunsten  von Masse

Die Ernte der echten Freilandware verzögert sich allerdings um ein bis zwei Wochen. „Das betrifft zum Beispiel Jungzwiebeln. Auch der beliebte Kopfsalat wird mit einiger Verspätung erst Mitte April geerntet“, erklärt Peck. Verantwortlich dafür sind die lang anhaltenden niedrigen und im März teilweise noch frostigen Nachttemperaturen.

In der heurigen Anbauplanung konzentriert sich die SGV wieder auf gewohnte Stärken, aber auch auf Innovationen. Eine Mengensteigerung wird bei Zucchini (4,5 Millionen Stück) und bei Jungzwiebeln (3,5 Millionen Bund) angepeilt, wobei durch laufende Verkostungen auch versucht wird, die Qualität zu steigern. „Wir greifen sogar auf ertragsschwächere Sorten zurück, um noch besseren Geschmack zu erzielen“, betont Peck. Nur durch die innere Qualität könne man sich vom Rest Europas absetzen.

Innovation: Pak Choi und  Schnittgemüse

Für die Entwicklung von neuen Gemüsesorten setzt die SGV seit dem vergangenen Jahr einen Forschungs- und Entwicklungsfond ein. Gemeinsam mit den Gärtnern werden Ideen für neue Sorten entwickelt und getestet. 2011 startet der Wallerner Betrieb erstmals mit Kohlsprossen und Pak Choi, ein Verwandter des Chinakohls. „Letzterer kommt bei den Konsumenten besonders gut an, ist in unserer Breiten aber schwierig zu produzieren“, erklärt Peck. Auch die Convenience-Schiene möchte die SGV gemeinsam mit ihrem Kooperationspartner LGV-Frischgemüse heuer erweitern. Mit den Frischgemüsesuppen wurden 2010 erstmals vorgefertigte Produkte auf den Markt gebracht. Die Produktpalette soll nun durch fertige Salatmischungen und geschnittenem Gemüse erweitert werden.

„Die Selbstversorgungskraft des Burgenlandes bei Gemüse liegt bei 60 Prozent. Und ist damit doppelt so hoch wie bei der Produktion von Schweinefleisch“, erklärt Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner. Das sei eine Entwicklung, die man auch im Hinblick des Umweltschutzes nur positiv beurteilen könne. „Die CO2 Belastung, die durch den Transport eines ausländischen Paprikas verursacht wird, ist ungleich größer“, sagt Falb-Meixner.