Erstellt am 23. Mai 2012, 00:00

Steht Kassier vor Abwahl?. GEMEINDEPOLITIK / Der Joiser Gemeindekassier Johannes Knittl soll bei der Gemeinderatssitzung abgewählt werden. Der Vorwurf der SPÖ: „Er schadet der Gemeinde.“

JOIS / Der wochenlange Streit um den Gemeindekassier Johannes Knittl geht weiter (die BVZ berichtete.) Nun sollen Konsequenzen folgen. Die SPÖ hat den Antrag zur Abwahl des Kassiers eingebracht. So steht es auf der Tagesordnung, der heute stattfindenden Gemeinderatssitzung.

Johannes Knittl besetzt die Funktion des Gemeindekassiers erst seit dem vergangenen Jahr und hat diese von Franz Lag übernommen. Auch Knittls Vorgänger wurde vom Gemeinderat abgewählt.

Die Zusammenarbeit mit dem damals neu gewählten Kassier hätte vorerst gut begonnen, sagt der Joiser Amtsleiter Franz Kiss, in den letzten Wochen hätte sich das Verhältnis aber massiv verschlechtert. „Seit Monaten warten ganze Mappen voller Belege und Rechnungen auf die Unterschrift des Kassiers. Wir können keine Überweisungen machen, solange die Unterlagen nicht unterschrieben sind“, erklärt Kiss.

Rechtsschritte gegen  Kassier werden gefordert

Allein die Mahngebühren würden der Gemeinde erheblichen Schaden einbringen. Das sei auch der Grund, warum ein weiterer Tagesordnungspunkt den Kassier betreffend auf dem Programm der heute angesetzten Gemeinderatssitzung steht: Rechtsschritte gegen Gemeindekassier. „Jeder Gemeinderat haftet persönlich, wenn er wissentlich Schaden der Gemeinde zufügt. Und das ist der Fall, wenn man gegen eine Klage stimmt“, appelliert SPÖ-Ortsobmann Alfred Dobler an den Gemeinderat.

ÖVP-Ortsparteiobmann Karl Kiss betont gegenüber der BVZ, dass seine Fraktion hinter dem Kassier steht. Er glaube nicht, dass es zur Abwahl kommen werde. Karl Kiss nimmt Johannes Knittl in Schutz: „Rechnungen, die nicht sofort nachvollziehbar sind, unterschreibt der Kassier nicht vor einer eingehenden Prüfung.“

Mit dem Vorwurf, dass durch seine Arbeit Schaden für die Gemeinde entsteht, muss sich auch der Amtsleiter selbst auseinandersetzen. In einem der BVZ anonym zugespielten Brief liegt ein E-Mail der parteilosen Gemeinderätin Andrea Reigl bei, die sich in Form einer Aufsichtsbeschwerde an Ulrike Zschech von der Bezirkshauptmannschaft wendet (die BVZ berichtete). Einer der Vorwürfe: Die Vorschreibungen der Kanalbenützungsgebühr sei in Jois zum letzten Mal am 14 Februar 2011 erfolgt. Laut Amtsleiter Franz Kiss werden diese ab nächster Woche ausgesendet. „Früher war es gar nicht möglich, weil die letzten Daten aus der neuen Vermessung der Kanalbemessungsflächen erst Ende April eingetroffen sind“, so Kiss. Diese seien die Grundlage für die Gebührenvorschreibung.