Erstellt am 18. Juli 2012, 00:00

Stöhr-Pleite: Neusiedler Filiale auch betroffen. ELEKTROHANDEL / Firmengruppe hat Konkursverfahren beantragt, 8,9 Millionen Euro Schulden bei 250 Gläubigern.

Sanierung läuft. Von der Pleite der Stöhr-Gruppe ist auch die Neusiedler Filiale als Teil der Stöhr electronics service GmbH betroffen. Im Geschäft im Pannonia Shopping Park sind fünf Mitarbeiter beschäftigt.  |  NOEN
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VON PIA REITER

NEUSIEDL AM SEE / Das Elektrohandel-Unternehmen Stöhr, die auch in Neusiedl am See eine Filiale betreibt, ist in wirtschaftlichen Schwierigkeiten. In der Zweigstelle im Pannonia Shopping Park in der Altenburgerstraße sind fünf Mitarbeiter beschäftigt. Eröffnet wurde das Geschäft 2006.

Zu dem Unternehmen gehören die Stöhr Holding GmbH in Wiener Neustadt, die Service-Center Stöhr GmbH in Eisenstadt, die Stöhr GmbH in Neunkirchen, das Elektrounternehmen Ing. Gstöttner in Steyr, die Stöhr electronic Service GmbH (hat die Filiale in Neusiedl am See), die Repairfit electronic service GmbH in Wiener Neustadt und die Josef Kriegsauer GmbH in Hartberg. 141 Mitarbeiter sind von der Firmenpleite betroffen.

Mittlerweile wurde das Insolvenzverfahren laut Michael Schütz, Referent beim KSV 1870, am Landesgericht Wiener Neustadt eröffnet. „Ist die Mutter kaputt sind auch sämtliche anhänglichen Kinder kaputt“, erklärt Schütz die Lage für die Neusiedler Filiale.

Welche Umstände zur Insolvenz geführt haben, muss erst geklärt werden: Manfred Mitterhuber hat sich bereits vor Jahren altersbedingt aus der Geschäftsführung zurückgezogen. Die Nachfolge wurde daraufhin vom langjährigen Mitarbeiter Robert Thoma übernommen, der im April bei einem Verkehrsunfall tödlich verunglückte. Als eine mögliche Insolvenzursache wird seitens der Unternehmensgruppe angegeben, dass die Entscheidung die Elektrounternehmen Ing. Gstöttner GmbH zu kaufen und in die Firmengruppe zu integrieren, ein Fehler war.

Insolvenzverwalter ist Michael Lentsch. „Ob die vom Unternehmen angestrebte Weiterführung möglich ist, wird erst in ein paar Wochen feststehen“, weiß Schütz. Die insgesamt sieben Firmen haben laut KSV Schulden von 8,9 Millionen Euro.

„Zum jetzigen Zeitpunkt können wir dazu noch keine vernünftige Auskunft über die Zukunft der Neusiedler Filiale geben. Firmengruppe und Masseverwalter sind mit einem Sanierungskonzept beschäftigt“, gibt man sich in der Zentrale in Wr. Neustadt bedeckt.

In der Neusiedler Zweigstelle wollte man zu der Insolvenz des Unternehmens ebenfalls nichts sagen. Der Filialleiter befinde sich auf Urlaub, hieß es auf Nachfrage.