Erstellt am 29. Juli 2015, 09:33

von Birgit Böhm-Ritter

Traurige Unfallbilanz. Neusiedl am See gehört zu den gefährlichsten Bezirken Österreichs. 2014 starben zwölf Personen bei Verkehrsunfällen im Bezirksgebiet.

Zu hohes Tempo und Ablenkung am Steuer zählen zu den Hauptunfallursachen. Jeder dritte Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang im Burgenland passiert im Neusiedler Bezirk.  |  NOEN, Archiv

Jeder dritte tödliche Verkehrsunfall im Burgenland passiert im Bezirk Neusiedl am See. Das besagt eine Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ), bei der Daten der Statistik Austria ausgewertet wurden. In der österreichweiten Analyse ist das Burgenland auffallend, weil ein Bezirk besonders heraussticht: 110 Menschen kamen in den Jahren 2010 bis 2014 bei Verkehrsunfällen im Burgenland ums Leben, alleine 39 davon im Neusiedler Bezirk.

Bezirkspolizeikommandant Rainer Bierbaumer kennt den traurigen Trend. Gefährlich sei es vor allem durch die A4 Ost-Autobahn, die zu den am meisten befahrenen Transitrouten Europas gehöre. „Viele Lenker aus dem Osten sind mit Fahrzeugen unterwegs, die nicht der nötigen Verkehrssicherheit entsprechen“, sagt Bierbaumer.

Verkehrssicherheit in Städten höher als in Bezirken

Die Tendenz ist steigend: Gab es 2013 fünf tödliche Verkehrsunfälle, so waren es 2014 zwölf. Nur in den Bezirken Baden und Neunkirchen waren es - mit jeweils 13 - mehr Verkehrstote. Insgesamt ist die Verkehrssicherheit in Österreich in den Städten höher als in den Bezirken. In den Städten sei das Tempo deutlich niedriger und vor allem würden viele Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Der VCÖ fordert deshalb verstärkte Maßnahmen gegen die Hauptunfallursachen zu hohes Tempo und Ablenkung am Steuer. Gleichzeitig ist das Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln in den Regionen zu verbessern. Jede Bezirkshauptstadt in Österreich sollte gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sein.