Erstellt am 21. September 2011, 00:00

Streit um Leichenhalle. GEMEINDEPOLITIK / Der Standort der neuen Aufbahrungshalle sorgt für Wirbel. Laut NESt würde Pfarre einen Grund kostenlos anbieten. Ziniel will trotzdem Fläche kaufen.

Die gelb markierten Flächen zeigen die beiden Standortvarianten für die neue Aufbahrungshalle. Bürgermeister Ziniel bevorzugt die rechte Fläche im Bereich der Friedhofgasse.ZVG  |  NOEN
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FRAUENKIRCHEN / Die Diskussionen um den Standort der geplanten neuen Einsegnungshalle haben nun ihren Höhepunkt erreicht. Die Lösung, die Bürgermeister Josef Ziniel (SPÖ) am Donnerstag dem Gemeinderat bei seiner Sitzung vorlegen wird, ist für Erich Stekovics (NESt) nicht tragbar. Geplant ist ein Grundstückstausch.

Stekovics ortet teure  Grundstücksmanipulation

In einer Postwurfsendung an die Frauenkirchner Haushalte kritisiert Gemeinderat Erich Stekovics die Vorgehensweise des Bürgermeisters. Dieser ziehe teure Grundstücksmanipulationen Gratislösungen vor und missachte den Wunsch der Pfarre. „Der Pfarrer und der Pfarrgemeinderat sprachen sich für den Standort im Friedhof aus und boten in Absprache mit dem Bischof an, den neuen Platz für die Aufbahrungshalle kostenlos zur Verfügung zu stellen“, schreibt Stekovics. Nun solle aber ein Vertrag zum Grunderwerb neben der alten Halle unterzeichnet werden. „Zehn Hektar wertvoller Acker werden wegen 300 Quadratmeter benötigter Fläche eingetauscht“, kritisiert Stekovics.

Ziniel: „Standortwahl im  Sinne der Bürger“

Bürgermeister Ziniel kontert. Der Standort im Areal des Friedhofes ist nicht im Sinne der Ortsbevölkerung. Aus den Gesprächen mit den Bürgern weiß er, dass vor allem die ältere Generation entrüstet über den Standort im Friedhof sei. Außerdem sei es wichtiger für die Stadtgemeinde ein Grundstück im Zentrum zu haben, als einen Acker an der Peripherie. „Getauscht wird in Relation mit den ortsüblichen Grundstückspreisen“, versichert Ziniel, „60 Euro pro Quadratmeter in der Stadt entsprechen zwei Euro pro Quadratmeter Acker“.

Robert Denk, Ratsvikar des Pfarrgemeinderates, zeigt sich verwundert. Im Pfarrgemeinderat sei nie über den Standort abgestimmt worden. Er bezeichnet die Diskussion als ein Politikum, in das er nicht hineingezogen werden möchte. Der Pfarrgemeinderat könne ohnehin nur einen Vorschlag machen, sei aber kein Entscheidungsträger. Ein Beschluss müsse im Gemeinderat gefällt werden, so Denk.

Restfläche für  Zukunftsprojekte

Geht es nach Bürgermeister Josef Ziniel, so sollen etwa 600 Quadratmeter der neu erworbenen 3000 Quadratmeter-Fläche neben der alten Halle mit der neuen Aufbewahrungshalle verbaut werden. Die übrige Fläche stehe dann für Zukunftsprojekte zur Verfügung.

Die Entscheidung obliegt nun dem Gemeinderat. Bei der Sitzung am Donnerstag, dem 22. September steht die Vertragsunterzeichnung zum Grunderwerb zur Abstimmung auf der Tagesordnung.